Welt-Aids-Tag: Papst Benedikt verurteilt Diskriminierung von Aidskranken

Von Dominik Hartig

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ROM, 28. November 2007 (ZENIT.org).- Aus Anlass des Welt-Aids-Tages, der am 1. Dezember begangen wird, rief Benedikt XVI. heute, Mittwoch, am Ende der Generalaudienz dazu auf, den Kampf gegen die Ausbreitung von Aids zu intensivieren. Außerdem verurteilte der Heilige Vater jede Diskriminierung von Aidskranken.



„Der 1. Dezember markiert den Welt-Aids-Tag“, erklärte der Bischof von Rom vor rund 8.000 Pilgern und Gläubigen in der vatikanischen Audienzhalle Pauls VI. „Ich bin geistig mit allen verbunden, die an dieser schrecklichen Krankheit leiden, wie auch mit ihren Angehörigen und insbesondere mit denjenigen, die einen lieben Menschen verloren haben. Allen sichere ich mein Gebet zu.“

Angesichts der weltweiten Ausbreitung der Immunschwäche Aids – nach Angaben von UNAIDS haben sich im Lauf dieses Jahres weltweit 2,5 Millionen Menschen neu mit dem Virus angesteckt – appellierte der Heilige Vater an alle Menschen guten Willens, „ihre Bemühungen zu vermehren, um die Verbreitung des HIV-Virus zu stoppen; gegen die Verachtung vorzugehen, die oft jene trifft, die an dieser Krankheit leiden, sowie sich der Kranken anzunehmen, besonders wenn es sich um Kinder handelt.“

Im Rahmen seiner dreitägigen Pilgerfahrt nach Mariazell hatte Benedikt XVI. Anfang September die Begegnung mit Vertretern des öffentlichen Lebens in der Wiener Hofburg zum Anlass genommen, um Europa an seine große Verantwortung für alle Not leidenden Völker zu erinnern. Dabei dachte er unter anderem an Afrika und die Aids-Epidemie in den Ländern südlich der Sahara und sagte: „Dankbar dürfen wir konstatieren, dass europäische Länder und die Europäische Union zu den größten Gebern für internationale Entwicklung gehören, sie sollten aber auch ihr politisches Gewicht auf die Waagschale legen, wenn es zum Beispiel um die äußerst dringende Herausforderung geht, die Afrika darstellt angesichts der ungeheuren Tragödien dieses Kontinentes wie die Geißel der Aids-Erkrankungen, die Situation in Darfur, die ungerechte Ausbeutung der natürlichen Ressourcen und der besorgniserregende Waffenhandel.“

Die besondere Verantwortung Europas springt besonders deutlich in die Augen, wenn man, wie der Münchner EU-Politiker Bernd Posselt im ZENIT-Gespräch, die Gesamtbevölkerung in den Blick nimmt: „Die EU hat mehr Einwohner als USA und Russland zusammen und muss daher verstärkt Verantwortung übernehmen – etwa bei der Friedenssicherung, bei der Verwirklichung von Menschenrechten und beim Schutz von Minderheiten, nicht zuletzt auch von christlichen Minderheiten, in der Welt. Dies alles zu gestalten ist eine großartige Aufgabe für uns Christen.“