Weltaidstag: Caritas setzt sich für HIV-positive Kinder ein

"Weltweiter Zugang zu Behandlung hat etwas mit Menschlichkeit zu tun"

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ROM, 27. November 2009 (ZENIT.org).- Kardinal Oscar Rodríguez Maradiaga, internationaler Caritas-Präsident, hat im Kampf gegen den Tod von HIV-positiven Kindern in armen Ländern zum sofortigen Handeln aufgerufen. Anlässlich des Welt-Aids-Tags am nächsten Dienstag, den 1. Dezember, sagte der Erzbischof von Tegucigalpa in Honduras: "Es sollte kein Kind leiden, nur weil es in einem Land mit einer hohen Aids-Rate und einer schlechten medizinischen Versorgung geboren wurde." Mit seinem Aufruf unterstützt er die Caritas-Kampagne zugunsten der antiretroiviralen Kombinationstherapie HAART (Highly Active Anti-Retroviral Therapy) für Kinder.

Ziel der Kampagne ist, Regierungen, Pharmaindustrie und internationale Gemeinschaft zu ermutigen, Kindern eine möglichst frühe Untersuchung auf HIV oder Tuberkulose sowie eine anschließende Behandlung im Infektionsfall zu ermöglichen. Kardinal Maradiaga beklagte in seiner Stellungnahme, dass die Hälfte der Kinder, die mit dem HI-Virus infiziert sind, vor ihrem zweiten Geburtstag sterben, weil sie in armen Ländern lebten. Dort sei der Zugang zu adäquater Hilfe begrenzt. „Für viele kommt das Versprechen, den Zugang weltweit zu ermöglichen, zu spät", kritisierte Kardinal Maradiaga.

Der Caritas-Präsident nannte das Beispiel einer Mutter in Südafrika, deren Kind auf ihrem Rücken verstarb, als sie zu einem Krankenhaus eilte. Der kleine Junge litt an einer Folgeerkrankung der Immunschwäche, ebenso wie seine beiden Geschwister, die auch gestorben sind. „Die Mutter wird derzeit von der Caritas unterstützt, aber sie wird täglich mit dem Schmerz über den Verlust dreier Kinder konfrontiert, die niemals Zugang zu ordentlicher Pflege erhalten hatten", berichtet Kardinal Maradiaga. „Keine Mutter und kein Vater sollte hilflos zusehen müssen, wir das eigene Kind stirbt", sagte der Kardinal.

Weltweiter Zugang zu einer Behandlung habe nichts mit Geographie, sondern habe etwas mit Menschlichkeit zu tun. Es ginge darum, Leiden zu lindern und Leben zu retten, darum, Kindern das Aufwachsen und Gedeihen zu ermöglichen. Bis zu zwei Millionen Kinder unter 15 Jahren leben mit dem HI-Virus. Rund 15 Millionen Kinder unter 18 Jahren haben einen Elternteil oder beide Eltern aufgrund einer Folgeerkrankung der aidsbedingten Immunschwäche verloren. (mk)