Weltbischofssynode mit dem größten Frauenanteil

Papst Benedikt XVI. beruft 25 Expertinnen und Hörerinnen

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ROM, 9. September 2008 (ZENIT.org).- Wie der Heilige Stuhl berichtete, hat Benedikt XVI. 25 Frauen zur Teilnahme an der bevorstehenden Weltbischofssynode berufen. Damit verzeichnet die Versammlung im Oktober, die „das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche“ beleuchtet, den stärksten Frauenanteil in der Geschichte dieser kirchlichen Institution.

Expertinnen
Bei den sechs geladenen Expertinnen – zwei Italienerinnen, eine Nordamerikanerin, eine Spanierin, eine Französin und eine Nigerianerin – handelt es sich zum Großteil um Bibelwissenschaftlerinnen.

Die Theologin Sara Butler aus den USA ist Mitglied der „Missionarischen Dienerinnen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit“ („Missionary Servants of the Most Blessed Trinity“, MSBT), hält ein Doktorat in Philosophie und unterrichtet dogmatische Theologie am St.-Joseph-Seminar in Yonkers (New York). Sie beriet die US-Bischofskonferenz in der Frage der Zulassung von Frauen zur Priesterweihe. Papst Johannes Paul II. ernannte sie 2004 zum Mitglied der Internationalen Theologenkommission.

Die spanische Ordensschwester Nuria Calduch-Benages unterrichtet seit knapp 20 Jahren Heilige Schrift an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Sie arbeitet außerdem mit der Katholischen Bibelföderation zusammen sowie mit verschiedenen anderen internationalen Einrichtungen, die in der Theologie beheimatet sind.

Die Italienerin Bruna Costacurta ist ebenfalls Professorin an der Gregoriana in Rom. Sie studierte Bibelwissenschaften am Päpstlichen Bibelinstitut in Rom und ist Mitglied des Leitungsgremiums der italienischen Bibelföderation sowie des Nationalbüros für Katechese der Italienischen Bischofskonferenz.

Die zweite Italienerin ist die Trappistin Germana Strola. Sie lebt im Kloster Vitorchiano und  verfasste mehrere Kommentare zu den Psalmen und anderen Bibelstellen. Sie war die erste kontemplative Ordensschwester, die mit einer Arbeit über die Psalmen 42 und 43 am Päpstlichen Bibelinstitut promovierte.

Die erste Afrikanerin, die am Päpstlichen Bibelinstitut promovierte, ist die Ordensfrau Mary Jerome Obiorah. Sie ist gegenwärtig Professorin für Bibelwissenschaften an der der Universität von Nigeria und im Priesterseminar der Erzdiözese Onitsha (Nigeria).

Schließlich berief der Papst die Französin Marguerite Lena, die der Gemeinschaft vom heiligen Franz Xaver angehört. Es handelt sich um eine Gemeinschaft geweihten Lebens, die von Madeleine Daniélou gegründet wurde, um zur Erziehung und Ausbildung der Jugend beizutragen. Lena ist Professorin für Philosophie im Pariser „Studium de Notre-Dame de l'Ecole Cathédrale“.

Hörerinnen

Unter den 19 Hörerinnen, die der Papst für die Weltbischofssynode ernannt hat, befinden sich zwei Afrikanerinnen. Vier weitere kommen aus Osteuropa, zwei aus Amerika, drei aus Asien und acht aus Westeuropa (darunter vier Italienerinnen).

Die meisten von ihnen sind Oberinnen von Orden mit Sitz in Rom oder Vertreterinnen von regionalen oder weltweiten Einrichtungen zur Förderung des Ordenslebens, wie etwa Louise Madore FdLS, Vorsitzende der Internationalen Union der Generaloberinnen.

Es gibt auch vier Vertreterinnen von Laienbewegungen, darunter Maria Voce, die aktuelle Präsidentin der Fokolar-Bewegung, oder Michelle Moran, Präsidentin des Leitungsrates der Charismatischen Erneuerung.

Besonders sticht auch die Präsenz von Natalja Fedorova, Professorin an der Russischen Kunstakademie, ins Auge; die Präsenz von Agnes Shun-Ling Lam (Hongkong) und Teresa María Wilsnagh (Südafrika), beides Vorsitzende von Bibelföderationen, sowie die der Dresdener Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkowitz.