Weltgebetstag um geistliche Berufungen, Pilgerreise ins Heilige Land

Papst Benedikt XVI.: „Heute Apostel des Heils und der Liebe Christi sein“

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ROM, 4. Mai 2009 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Ansprache, die Papst Benedikt XVI. gestern, am vierten Ostersonntag, zum Gebet des Regina Caeli auf dem Petersplatz gehalten hat.

Der Heilige Vater rief die Gläubigen nach der Weihe von 19 Neupriestern dazu auf, um geistliche Berufungen und heilige Eheleute zu beten. Außerdem bat er sie, seinen bevorstehenden Pastoralbesuch in Jordanien, Israel und Palästina im Gebet mitzutragen: Er wolle die bedrängten Christen im Heiligen Land stärken und sich als Pilger des Friedens für Dialog und Versöhnung einsetzen. Auch in ökumenischer und interreligiöser Hinsicht werde die Pilgerreise vom 8. bis zum 15. Mai von großer Bedeutung sein.

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Liebe Brüder und Schwestern!

Vor kurzem ist im Petersdom die Eucharistiefeier zu Ende gegangen, in der ich 19 neue Priester der Diözese Rom geweiht habe. Erneut ist meine Wahl für dieses glückliche Ereignis auf diesen Sonntag gefallen, den vierten Ostersonntag, weil er einen besonders angemessenen Rahmen darstellt, prägt ihn doch das Evangelium vom Guten Hirten (vgl. Joh 10,1-18). Aus demselben Grund wird heute der Weltgebetstag um geistliche Berufungen begangen.

In meiner Botschaft zu diesem Anlass habe ich dazu eingeladen, über das Thema „Das Vertrauen in die Initiative Gottes und die menschliche Antwort“ nachzudenken. Das Vertrauen in den Herrn, der alle ständig zur Heiligkeit beruft und einige ganz besonders zu einer speziellen Weihe, kommt nämlich gerade im Gebet zum Ausdruck. Wir müssen sowohl persönlich als auch gemeinschaftlich viel um die Berufungen beten, damit die Größe und Schönheit der Liebe Gottes viele dazu veranlasst, Christus auf dem Weg des Priestertums und des geweihten Lebens nachzufolgen. Es muss auch dafür gebetet werden, dass es ebenso viele heilige Eheleute gibt, die vor allem durch ihr persönliche Vorbild ihren Kindern die weiten Horizonte erschließen können, zu denen diese in ihrer Freiheit streben sollen. Die Heiligen, die die Kirche allen Gläubigen zur Verehrung anempfiehlt, können die reife Frucht bezeugen, die aus der Verbindung von göttlicher Berufung und menschlicher Antwort erwächst. Vertrauen wir ihrer himmlischen Fürsprache unser Gebet für die Berufungen an.

Ich lade euch ein, auch für ein weiteres Anliegen zu beten: die Reise in das Heilige Land, die ich, so Gott will, vom kommenden 8. Mai an bis zum Freitag, den 15. Mai, unternehmen werde. Auf den Spuren meiner verehrten Vorgänger Paul VI. und Johannes Paul II. werde ich zu den bedeutendsten heiligen Stätten unseres Glaubens pilgern. Mit meinem Besuch beabsichtige ich, die Christen des Heiligen Landes, die tagtäglich nicht wenigen Schwierigkeiten begegnen, zu stärken und zu ermutigen. Als Nachfolger des Apostels Petrus werde ich sie die Nähe und die Unterstützung des ganzen Leibes der Kirche spüren lassen. Darüber hinaus werde ich Pilger des Friedens im Namen des einen Gottes sein, der der Vater aller ist. Ich werde das Engagement der katholischen Kirche zugunsten derer bezeugen, die sich darum bemühen, Dialog und Versöhnung ins Werk zu setzen, um zu einem festen und dauerhaften Frieden in Gerechtigkeit und gegenseitigem Respekt zu gelangen. Schließlich wird diese Reise mit Sicherheit von beachtlicher ökumenischer und interreligiöser Bedeutung sein. Unter diesem Gesichtspunkt ist Jerusalem die Symbol-Stadt schlechthin: Christus ist dort gestorben, um alle versprengten Kinder Gottes zusammenzusammeln (vgl. Joh 11,52).

Wenn wir uns nun an die Jungfrau Maria wenden, rufen wir sie als Mutter des Guten Hirten an, auf dass sie über die neuen Priester der Diözese Rom wache und auf dass auf der ganzen Welt viele und heilige Berufungen heranreifen mögen, sich auf besondere Weise dem Reich Gottes zu weihen.

[Auf Deutsch erklärte der Heilige Vater:]


Mit Freude heiße ich alle deutschsprachigen Besucher willkommen. Besonders grüße ich die Pilger der Diözesanwallfahrt der Erzdiözese Wien und des Militärordinariats für Österreich sowie die Gläubigen und Musiker aus der Pfarre Pischelsdorf und die Stadtkapelle Laupheim wie auch das Musikinstitut der Kathedrale zu Haarlem in den Niederlanden.

Jesus, der auferstandene Herr, schenkt Rettung, und in keinem anderen ist das Heil zu finden. Diesen Glauben bekennt Petrus in der heutigen Lesung; so verkündeten es auch Paulus und alle Jünger. Ebenso wollen wir die Botschaft von Jesus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, zu den Menschen bringen und heute Apostel des Heils und der Liebe Christi sein. Dabei helfe uns der Gute Hirt, der sein Leben für uns hingegeben hat. Euch allen wünsche ich einen gesegneten Aufenthalt hier in Rom!

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals, © 2009 - Libreria Editrice Vaticana]