Weltjugendtag bringt Botschaft der Hoffnung in die Welt

Vertrauen auf Überwindung der Wertekrise in Spanien

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MADRID, 18. August 2011 (Zenit.org). - Er sei als Nachfolger Petri gekommen, um die Jugendlichen aus aller Welt im Glauben an Christus, den Weg, die Wahrheit und das Leben zu stärken, um Anstöße zum Aufbau des Reiches Gottes in der Welt zu geben und um die Jugendlichen zur Freundschaft mit Christus zu ermutigen. So Papst Benedikt heute Mittag bei seiner ersten Ansprache nach der Landung in Madrid bei der Begrüßungszeremonie. 

Bei der Begrüßung des spanischen Königspaares, der kirchlichen Würdenträger und der politischen Repräsentanten Spaniens erinnerte der Heilige Vater an seine früheren Apostolischen Reisen nach Santiago de Compostela und nach Barcelona. Er dankte für die herzliche Aufnahme der Jugendlichen in den spanischen Gastfamilien, Pfarreien und anderen Einrichtungen.

 „Warum und wozu ist diese große Zahl an Jugendlichen nach Madrid gekommen?“, fragte der Papst. Eine Antwort sei, „dass sie das Wort Gottes hören wollen, wie ihnen im Motto dieses Weltjugendtags vorgeschlagen wurde, um so, in Christus verwurzelt und auf ihn gegründet, die Festigkeit ihres Glaubens zum Ausdruck zu bringen.“ Viele Jugendlichen hätten Gottes Stimme gehört und wollten ihre Glaubenserfahrungen mit anderen Menschen teilen. Die Entdeckung Gottes habe sie aufmerksam für die Herausforderungen unserer Zeit gemacht.

„Sie sehen Oberflächlichkeit, Konsumismus und Hedonismus vorherrschen, sie nehmen eine große Banalität im Umgang mit der Sexualität, großen Mangel an Solidarität und viel Korruption wahr. Sie wissen, dass es ohne Gott schwierig ist, diesen Herausforderungen zu begegnen und wirklich glücklich zu sein, obgleich sie sich mit ganzer Kraft dafür einsetzen, ein authentisches Leben zu führen. Aber mit Ihm an ihrer Seite werden sie Licht auf dem Weg und Grund zur Hoffnung haben und sich nicht von ihren größten Idealen abhalten lassen, die ihren großherzigen Einsatz zum Aufbau einer Gesellschaft motivieren, in der die Würde des Menschen und echte Brüderlichkeit respektiert werden.“

Der Weltjugendtag biete die Möglichkeit zum Austausch von Ideen, Erfahrungen und Zielen für die Zukunft. Der Papst erklärte: „Der Weltjugendtag bringt uns eine Botschaft der Hoffnung – wie eine Brise reiner und jugendlich frischer Luft – mit einem Hauch der Erneuerung, der uns im Hinblick auf die Zukunft der Kirche und der Welt mit Zuversicht erfüllt.“ Die Jugendlichen seien zu verbindlichen Lebensentscheidungen bereit. Darum freue er sich auf die gemeinsamen Gespräche, Gebete und Gottesdienste.

Benedikt XVI. benannte die großen Schwierigkeiten, denen die Jugendlichen aus aller Welt heute begegneten. Dazu gehörten Spannungen, offene Gewalt, Ungerechtigkeit, Missachtung der Menschenwürde, Umweltprobleme, Arbeitslosigkeit, Drogenkonsum, Diskriminierung und Verfolgung um des Glaubens willen.

„Man verfolgt die Jugend, indem man sie von Ihm entfernen will: Im öffentlichen Leben werden ihnen die Zeichen seiner Gegenwart genommen und wird sogar sein heiliger Name verschwiegen. Dagegen möchte ich den jungen Menschen mit aller Kraft meines Herzens sagen: Nichts und niemand nehme euch den Frieden; schämt euch nicht des Herrn. Er hatte keine Vorbehalte, einer wie wir zu werden und an unseren Sorgen teilzunehmen, um sie zu Gott zu tragen, und so hat er uns erlöst.“

Es sei die vordringliche Aufgabe, „den jugendlichen Jüngern Jesu zu helfen, fest im Glauben zu bleiben und das wunderbare Abenteuer auf sich zu nehmen, den Glauben zu verkünden und mit dem eigenen Leben offen zu bezeugen. Es geht um ein mutiges Zeugnis, voll Liebe zum Mitmenschen, entschieden und klug zugleich, ohne die eigene christliche Identität zu verleugnen, in einem Klima des respektvollen Miteinanders gegenüber anderen legitimen Überzeugungen, wo gleichzeitig der gebührende Respekt vor den eigenen Überzeugungen eingefordert wird.“

Der Heilige Vater drückte seine Bewunderung für die reiche Geschichte und Kultur sowie den lebendigen Glauben Spaniens aus, aus dessen Volk viele Missionare und Heilige hervorgegangen seien. „Dies ist ein großer Schatz, und sicher lohnt es sich, ihn mit bejahender Einstellung zu pflegen für das Gemeinwohl heute und um eine erfreuliche Perspektive für die Zukunft der jungen Generationen bieten zu können. Obschon es gegenwärtig Anlass zu Sorge gibt, ist der Eifer der Spanier stärker, diese mit der für sie charakteristischen Dynamik zu überwinden, zu der auch die tiefen, im Laufe der Jahrhunderte sehr fruchtbaren christlichen Wurzeln beitragen.“ Er vertraue auf die für die Spanier charakteristische Dynamik zur Überwindung ihrer augenblicklichen Probleme.

Der Papst grüßte auch jene Jugendlichen weltweit, „die Prüfungen verschiedener Art durchmachen“. Er schloss seine Ansprache mit den Worten: „Ich vertraue dieses Treffen der seligen Jungfrau Maria und der Fürsprache der heiligen Patrone dieses Weltjugendtages an und bitte den Herrn um seinen beständigen Schutz und Segen für die Söhne und Töchter Spaniens.

König Juan Carlos sagte in seiner Grußadresse an den Papst, wie stolz er auf die Jugendlichen seines Landes sei. Auch er sprach allerdings  von einer „tiefen Wertekrise“, in der Spanien gegenwärtig stecke. [eo]