„Weltjugendtag im Kleinen“: 600 Jugendliche feierten in München ihren Glauben

Kardinal Wetter: „Das ist eine Kirche, die lebt!“

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MÜNCHEN, 12. Juni 2007 (ZENIT.org).- Rund 600 Jugendliche aus Bayern, den angrenzenden Bundesländern, aus Österreich und der Schweiz trafen sich von Freitagabend bis Sonntagnachmittag in München, um miteinander zu feiern und sich gegenseitig im Glauben zu stärken. Eingeladen hatte die Schönstatt-Jugend; Jugendliche aus anderen Bewegungen wie Sant'Egidio, CVJM, Alfa-Kurs, Fokolar-Bewegung waren ebenso dabei wie jene, die einfach mal in diese Atmosphäre eintauchen wollten.



„Zukunft beleben“ - die eigene Zukunft, die Zukunft der Welt - war das Motto dieses „Weltjugendtages im Kleinen“. Ernsthafte, nachdenkliche Diskussionen untereinander und ein Podiumsgespräch mit
Jugendbischof Dr. Bernhard Haßlberger, Professor Dr.Dr. Peter Beer, Leiter des
Katholischen Büros Bayern, Schwester Monika Plank (Bahnhofsmission München), einem Ehepaar und Jugendlichen aus der Schönstatt-Bewegung kreisten um das Thema: Wie gestalte ich meine Zukunft? Welche Prioritäten setze ich? Wie treffe ich Entscheidungen, die meine Lebensplanung betreffen? Und auch: Wie übernehme ich, wie übernehmen wir als Generation Verantwortung für die Zukunft?

„Das fängt in der Gegenwart und in meiner unmittelbaren Nähe an“, so Martina Kraus, Softwareentwicklerin. „Ich frage mich immer wieder: Wie geht es denen, die in meiner Umgebung arbeiten, wie geht es denen besser durch mich?“

Bischof Haßlberger bekräftigte seinerseits: „Ich brauche keine Angst vor der Zukunft haben, weil ich hier so viele engagierte junge Menschen sehe!“ Ähnlich ging es am Nachmittag Kardinal Friedrich Wetter, der sich sichtlich berührt zeigte vom Enthusiasmus der jungen Leute beim Gottesdienst.

„Das ist eine Kirche, die lebt!“ Vom Ziel her das Leben gestalten, regte er die
Jugendlichen an - von jenem Ziel, das über den Tod hinausgeht. „Lasst euch von Jesus führen, dann wird etwas Gescheites rauskommen!“, so der Kardinal unter dem Beifall der Jugendlichen. Zuvor hatten sich die Jugendlichen in lebhaften Gesprächen mit dem Bischof, mit Schwester Monika Plank und Ehepaar Kiess über lebendiges Christsein, Gestaltung von Partnerschaft und Ehe sowie Verantwortung für die Menschen am Rand der Gesellschaft auseinandergesetzt.

Mittelpunkt des Festes war das Schönstattheiligtum, das durchgehend von Jugendlichen umlagert war und an dem zum Abschluss, am Sonntagmittag, etwa 15 Priester einzeln den Segen erteilten - ein Moment sehr persönlicher Gotteserfahrung. Die Jugendlichen sagten, wofür oder für wen sie den Segen erbitten - für ihre beginnende Partnerschaft, die Berufsentscheidung, die Frage um den Lebensweg, den neuen Arbeitsplatz...

Eine junge Frau aus Argentinien, die in der Vorbereitung des Weltjugendtags in Köln mitgearbeitet hatte, meinte erstaunt: „Wir haben gerade in Südamerika die V. Generalversammlung des lateinamerikanischen Bischofskonferenz gehabt mit dem Thema: Jünger und Missionare Christi. Hier sind mir echte Missionare Christi begegnet, die die Kraft haben, die Kirche in Europa aus dem Schlaf aufzuwecken und Europa zu verwandeln. Es war seit der Messe mit dem Papst auf dem
Marienfeld mein schönstes Gottesdiensterlebnis!“