Weltkirchliche Organisationen verpflichten sich zum Kampf gegen Menschenhandel

Jahrestagung Weltkirche und Mission in Würzburg beendet

Bonn, (ZENIT.orgDBK PM) | 477 klicks

Mit einem Appell, Menschenhandel und Sklaverei in ihren modernen Formen wirksam entgegenzutreten, ist heute die „Jahrestagung Weltkirche und Mission“ in Würzburg zu Ende gegangen. Die 140 Teilnehmer aus der Deutschen Bischofskonferenz, dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken, den Hilfswerken, Diözesen und Ordensgemeinschaften befassten sich drei Tage lang mit den komplexen Zusammenhängen und den dramatischen Folgen dieser besonders erniedrigenden Ausbeutung von Menschen. Schätzungen zufolge sind 28 Millionen Menschen weltweit Opfer von Menschenhändlern. Sexuelle Ausbeutung und kriminelle Ausbeutung der Arbeitskraft stehen dabei im Vordergrund.

Referentinnen aus Osteuropa, Lateinamerika, Afrika und Asien berichteten von ihren Erfahrungen im Kampf gegen die menschenunwürdigen Praktiken. „Die Opferzahlen, mit denen wir konfrontiert sind, sind erschreckend. Aber schlimmer noch: Hinter jeder Statistik stehen Einzelschicksale“, erklärte Marita Ishwaran von der indischen Kinderschutzorganisation NEG-Fire. Najla Chahda, Direktorin der Caritas Libanon, gab einen Einblick in die bedrängenden Lebensbedingungen von Hausangestellten, die oft sklavenähnlichen Verhältnissen unterworfen sind. Die Organisation „Malinowka“ aus Weißrussland will zur Prävention von Menschenhandel beitragen, indem sie junge Männer und Frauen über die Anwerbepraktiken von Menschenhändlern aufklärt.

Bei der Tagung wurde deutlich, dass die Hilfswerke und eine Reihe von Orden gemeinsam mit ihren Partnern wichtige Mitträger einer internationalen Bewegung gegen Menschenhandel und Versklavung sind. Sie unternehmen dabei auch Anstrengungen für eine stärkere Sensibilisierung innerhalb der Ortskirchen.

Die Jahrestagung unter Leitung des Vorsitzenden der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), forderte von der Politik eine kritische Überprüfung des Prostitutionsgesetzes von 2002 und die vollständige Umsetzung  der „EU-Richtlinie zur Bekämpfung des Menschenhandels“ (2011) in nationales Recht. Die Richtlinie zielt darauf ab, den Opferschutz zu verstärken, und sieht härtere Strafen für Täter vor. Ihre Umsetzung steht auch in Deutschland noch aus. Darüber hinaus votierte die „Jahrestagung Weltkirche und Mission“ für eine verbesserte Finanzierung der Fachberatungsstellen, die sich der Opfer von Menschenhandel annehmen.

Erzbischof Schick bekräftigte die Entschlossenheit der Kirche, ihren Beitrag zur Bekämpfung des Menschenhandels zu leisten: „Wir müssen diesem Skandal eine größere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit verschaffen und werden gegenüber der Politik verstärktes Engagement anmahnen.“

Veranstalter der Tagung war die „Konferenz Weltkirche“, in der die Deutsche Bischofskonferenz, die deutschen Bistümer, die Hilfswerke, die Deutsche Ordensobernkonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken in weltkirchlichen Fragen zusammenarbeiten.