Weltmethodistenrat bei der Bischofssynode: dem Heiligen Vater zutiefst dankbar

Vizepräsidentin des Weltrates der Methodisten, Sarah F. Davis, spricht vor der Bischofssynode

| 589 klicks

VATIKANSTADT, 18. Oktober 2012 (ZENIT.org). – Die Vizepräsidentin des Weltrates der Methodisten(USA), Sarah F. Davis, hat in ihrer Ansprache während der 14. Generalkongregation der Bischofssynode am Dienstag, dem 16. Oktober, dem Heiligen Vater ihre tiefe Dankbarkeit für die Einladung zur dieser 13. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode ausgedrückt. Sie schlug eine ganzheitliche, an die besonderen Bedürfnisse und an das kulturelle Umfeld angepasste Evangelisierungsarbeit vor, gegründet auf das Bewusstsein der Kraft Gottes.

[Wir veröffentlichen den zusammengefassten Redebeitrag in einer Arbeitsübersetzung des Heiligen Stuhls:]

***

Verehrter Heiliger Vater Benedikt XVI., sehr geehrte Eminenzen, liebe Brüder und Schwestern in Christus Jesus,

ich bin Gott zutiefst dankbar dafür, die geschätzte Gelegenheit zu haben, Teil dieser erlauchten Gruppe zu sein, anlässlich der XIII. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode, bei der ich den Weltmethodistenrat repräsentiere: eine Vereinigung mit 80 Millionen Mitgliedern, die der Methodistischen und Wesleyanischen Kirche, sowie den jeweiligen unifizierten Kirchen aus neunzig Ländern angehören. Der Weltmethodistenrat ist dem Heiligen Vater zutiefst dankbar dafür, dass er die Einladung, an dieser im Leben des Christentums so gebotenen und wichtigen Synode teilzunehmen, auch auf uns ausgeweitet hat.

1971, als der Weltmethodistenrat erklärte, dass „für alle Personen, die Methodisten genannt werden” die Stunde gekommen sei, „sich sowohl der Weltmission als auch der Verkündigung des Evangeliums zu widmen”, wurde die weltweite Verkündigung des Evangeliums mit großem Eifer und den besten Absichten begonnen. Der Weltmethodistenrat vertrat damals - wie heute - die Ansicht, dass der große Auftrag Christi an seine Kirche, das Evangelium zu lehren und zu verkündigen und Jünger zu gewinnen, die Hauptaufgabe der Kirche sei.

Der Weltmethodistenrat stimmt mit dem Heiligen Vater und den Ausführungen des Instrumentum laboris überein, dass es wichtig ist, dass die Menschen Jesus im 21. Jahrhundert kennen. Die Welt ist verletzt, verloren, verwirrt, abgelenkt, verirrt, krank, in Ungnade gefallen und braucht dringend Heilung, Hoffnung und Rettung. In einer solchen Zeit kann man keinen anderen Namen anrufen als den Jesu Christi.

Um den Herausforderungen der neuen Evangelisierung gewachsen zu sein, können folgende Überlegungen hilfreich sein:

- die Evangelisierungsarbeit muss an die besonderen Bedürfnisse und das kulturelle Umfeld jener angepasst sein, mit denen das Evangelium geteilt wird. Kreativität ist notwendig, damit das Evangelium bei der Antwort auf die Bedürfnisse der Personen keinen Schaden erleidet.

- die Evangelisierungsarbeit muss „ganzheitlich” sein. Sie muss allen Bedürfnissen der Personen - physischer, emotionaler, sozialer, politischer und spiritueller Art - entsprechen, indem sie das Evangelium Jesu Christi anbietet.

- die Evangelisierungsarbeit muss auf das Bewusstsein der Kraft der Gnade Gottes gegründet sein. Gott ist im Leben jeder Person, der er begegnet, bereits am Werk - zu jeder Zeit und überall.

-die Evangelisierungsarbeit muss stets vom Heiligen Geist erfüllt sein. Alleine sind die Evangelisierer machtlos, mit der Hilfe des Heiligen Geist aber wird das Engagement zu einem dynamischen und authentischen Ausdruck der rettenden Gnade Gottes, die sich in Jesus Christus zu erkennen gibt.

Der Erfolg der neuen Evangelisierung hängt zu einem großen Teil von der Glaubwürdigkeit des Verkünders des Evangeliums ab. Was man beurteilen wird, sind die Künder des Evangeliums, nicht der Prozess, nicht das Programm, nicht die Pläne, die bei dieser Synode gefasst werden. Die Menschen wollen die Bestätigung haben, dass das, was die Verkünder des Evangeliums vorschlagen, in ihrem Leben bereits zum Wirken gekommen ist.

Wir danken Gott für den dringlichen Ruf des Heiligen Vaters nach der neuen Evangelisierung, und wir bitten Gott, dass er auch den kommenden Ergebnissen diese Synode seine Gnade schenke. Lob sei Gott! Danke.