Welttag der Flüchtlinge: Den Apostel Paulus zum Vorbild nehmen

„Einer trage des anderen Last; so werdet ihr das Gebot Christi erfüllen“

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ROM, 16. Januar 2008 (ZENIT.org).- Am 18. Januar 2009 wird der 95. Welttag der Migranten und Flüchtlinge begangen. Papst Benedikt XVI. hat seine diesbezügliche Botschaft im Paulusjahr ganz der Person des Völkerapostels gewidmet.



„Die Verkündigung und das Werk der Vermittlung zwischen den verschiedenen Kulturen und dem Evangelium, für das sich Paulus, der ein ‚Migrant aus Berufung‘ war, einsetzte, sind in der Tat ein wichtiger Bezugspunkt auch für all jene Menschen, die von den gegenwärtigen Migrationsbewegungen betroffen sind“, schreibt der Heilige Vater in seinem Dokument.

Der Welttag der Migranten und Flüchtlinge wurde erstmalig 1914 von Papst Benedikt XV. unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges ausgerufen. Heute erinnert er uns an die dramatische Situation zahlloser Menschen, die auf der Suche nach einem besseren Leben ihre Heimat verlassen, und der rund 200 Millionen Flüchtlinge weltweit.

„Auch heute muss die Botschaft vom Heil mit der gleichen inneren Haltung vermittelt werden, durch die sich der Völkerapostel auszeichnete“, bekräftigt Benedikt XVI. in seiner Botschaft. „Es ist mein Wunsch, dass jede christliche Gemeinschaft den gleichen apostolischen Eifer wie der hl. Paulus pflegen möge, der allen die heilbringende Liebe des Vaters verkündete (Röm 8,15-16; Gal 4,6), um ‚möglichst viele [für Christus] zu gewinnen‘ (1 Kor 9,19), wobei er ‚den Schwachen ein Schwacher … und allen alles [geworden ist], um auf jeden Fall einige zu retten‘ (1 Kor 9,22). Sein Vorbild sporne auch uns dazu an, diesen unseren Brüdern und Schwestern unsere Solidarität zu zeigen und in allen Teilen der Welt und mit allen Mitteln das friedliche Miteinander der verschiedenen Ethnien, Kulturen und Religionen zu fördern.“

Das „Geheimnis“ des heiligen Paulus, die Quelle seines missionarischen Eifers und seines Kampfgeistes bestanden in der Tatsache, „dass er ‚von Christus ergriffen‘ (Phil 3,12) war und so eng mit ihm verbunden blieb, dass er an seinem Leben Anteil hatte ‚durch die Gemeinschaft mit seinen Leiden‘ (Phil 3,10; vgl. auch Röm 8,17; 2 Kor 4,8–12; Kol 1,24)“, so Papst Benedikt.

„Wenn wir die Apostelgeschichte und die Briefe lesen, die Paulus an verschiedene Empfänger richtet, erkennen wir das Modell einer Kirche, die niemanden ausschließt, sondern die offen ist für alle und von Gläubigen aller Kulturen und Rassen gebildet wird: Jeder Getaufte ist nämlich lebendiges Glied des einen Leibes Christi. Unter diesem Gesichtspunkt erhält die brüderliche Solidarität, die konkreten Ausdruck findet in den täglichen Gesten des Teilens, der Anteilnahme und der freudigen Sorge um die Mitmenschen, eine einzigartige Bedeutung.“

Mit dem Hinweis darauf, dass in der Liebe die ganze Botschaft des Evangeliums enthalten sei, lädt Benedikt XVI. alle Menschen dazu ein, die Lehre des Völkerapostels: „Einer trage des anderen Last; so werdet ihr das Gebot Christi erfüllen“ (Gal 6,2) wirklich zu beherzigen und „ohne jegliche Unterschiede und Diskriminierungen die brüderliche Nächstenliebe in Fülle zu leben“. Bei diesem Bemühen sollte man sich vom Bewusstsein tragen lassen, „dass all jene unsere Nächsten sind, die unsere Hilfe brauchen und denen wir helfen können“ (vgl. Deus caritas est, 15).

Wirksame Hilfe für Flüchtlinge in aller Welt leisten die Päpstlichen Missionswerke. „Am schlimmsten trifft es immer die Wehrlosesten: Frauen und Kinder”, berichtet Msgr. Dr. Leo-M. Maasburg, Nationaldirektor von Missio Austria und langjähriger Begleiter von Mutter Teresa. „Flüchtlinge, Asylsuchende und Vertriebene der in vielen Teilen der Welt anhaltenden blutigen Konflikte brauchen unsere Hilfe. Als Christen erinnern wir uns, dass auch Christus ein Flüchtling in Ägypten war. Deshalb ist es ein Ausdruck unserer Liebe zu ihm, mit allen Flüchtlinge solidarisch zu sein und in allen Teilen der Welt und mit allen Mitteln das friedliche Miteinander zu fördern.“ Mit einer Spende von 20 Euro sei der Schulbesuch eines Flüchtlings ein ganzes Jahr gesichert.