Welttag der Kranken 2008: Der endgültige Sieg über die Krankheit ist die Eucharistie

ZENIT-Gespräch mit Kardinal Javier Lozano Barragán

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ROM, 11. Februar 2008 (ZENIT.org).– Für einen leidenden Menschen, der sich dem Glauben öffnet, sei die Eucharistie Halt und der „endgültige Sieg über die Krankheit“, betonte Kardinal Javier Lozano Barragán, Präsident des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst, im Gespräch mit ZENIT.



Aus Anlass des 16. Welttags der Kranken, der in diesem Jahr unter dem Motto „Die Eucharistie, Lourdes und die Krankenseelsorge“ steht, ermutigt der gebürtige Mexikaner dazu, das Opfer Christi als Band zu betrachten, „das Maria, die Mutter der Schmerzen par excellence, in einzigartiger Weise mit der Welt des Leidens“ verbinde.

Der Schlüssel zu diesem Geheimnis finde sich in der Botschaft, die Benedikt XVI. aus Anlass des Welttags veröffentlicht habe, so Barragán. Der Papst hebe darin das enge Band hervor, das zwischen der Eucharistie, der Rolle Mariens in der Heilsökonomie und der Realität des menschlichen Leidens bestehe. Zudem falle das diesjährige Gedenken mit zwei besonderen Ereignissen im Leben der Kirche zusammen: dem 150. Jahrestag der ersten Erscheinung der Jungfrau Maria vor der damals 14jährigen Bernadette Soubirous in der Grotte von Massabielle bei Lourdes (Frankreich) und dem Internationalen Eucharistischen Kongress, der von 15. bis 22. Juni in Quebec (Kanada) abgehalten werden wird. Die Feierlichkeiten in Lourdes werden noch bis zum 8. Dezember 2008 andauern.

Der einzige Weg, um sich vom Leiden zu befreien, sei Christus, der Herr, der durch sein Kreuz den Tod und alle damit verbundenen Folgen – Tod, Krankheit, Schmerz, Leiden - zerstört habe, erläutert der Kurienkardinal. „Christus nimmt alles Böse auf sich, die Sünde der gesamten Menschheit. Ja, er macht sich selber für uns zur Sünde bis hin zum Tod, und aus dem Tod sprießt die herrliche Blüte der Auferstehung hervor.“

Die Eucharistie sei der „endgültige Sieg“ und, wie Paul VI. in der Enzyklika „Mysterium Fidei“ schreibt, ein „Heilmittel gegen den Tod“, fährt Barragán dort. Der Heilige Vater habe immer wieder dazu eingeladen, die Eucharistie ins Zentrum zu stellen. Sie sei „Lebenssaft für den Leidenden“; er helfe, den Heil bringenden Wert des Leidens zu verstehen, und stärke die Kranken und die in der Krankenseelsorge Tätigen. Die Eucharistie sei „Wegzehrung“ und „pastorale Hilfe“.

Die Krankenseelsorge gehe in dieser Hinsicht viel weiter als bloße Wohltätigkeit. Sie werde vielmehr zur Antwort auf die großen Lebensfragen im Licht des Todes und der Auferstehung des Herrn, so Lozano Barragán.

„Um uns das Leiden des Herrn am Kreuz anzueignen und daraus einen Weg der Auferstehung zu machen, müssen wir durch den Empfang der Eucharistie ins Leiden Jesu eintreten und zulassen, dass sich die eucharistische Wirkung in uns entfaltet, indem wir auf Maria schauen, die uns in das Leiden ihres Sohnes hineinnimmt, uns darin bestärkt und zudem ununterbrochen für uns eintritt, um unseren Leiden eine neue Richtung zu geben, sie zu lindern und zu heilen.“

Benedikt XVI. habe an der heiligen Messe zum Welttag der Kranken persönlich teilnehmen wollen, doch aufgrund der gegenwärtig stattfindenden Fastenexerzitien sei ihm dies unmöglich. Deshalb werde er, Kardinal Barragán, auf Wunsch des Papstes am 11. Februar um 16.00 Uhr im Petersdom die Eucharistie feiern.

Der Welttag der Kranken wurde von Papst Johannes Paul II. mit einem Päpstlichen Schreiben vom 13. Mai 1992 eingeführt. Die Wahl dieses Datums will auf die geistliche Nähe der Jungfrau Maria zu den Kranken hinweisten und ihre einmalige Mitwirkung am Heilsmysterium unterstreichen.

In einem Kommentar für ZENIT erinnert P. Felice Ruffini MI, Untersekretär des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst, daran, dass der direkte Vorgänger Benedikts XVI. den Weltkrankentag habe einführen wollen, um das Volk Gottes und damit auch sämtliche katholische Institutionen, die dem Dienst an den Kranken verpflichtet sind, wie auch die ganze Zivilgesellschaft auf die Notwendigkeit aufmerksam zu machen, den Kranken die bestmögliche Hilfe angedeihen zu lassen.

Außerdem helfe der besondere Tag den Kranken, ihre Leiden auf menschlicher, vor allem aber auch auf übernatürlicher Ebene neu zu bedenken. Er stärke das Bewusstsein für die Bedeutung der geistlichen und moralischen Bildung derer, die im Gesundheitswesen Verantwortung tragen, und fördere die Wertschätzung des geistlichen Beistands für Kranke. Dies betreffe vor allem die Diözesanpriester und Geistlichen, aber auch all jene, die an der Seite von Kranken und Leidenden leben und arbeiten.

[Von Mirko Testa; Übertragung ins Deutsche von Monika Stadlbauer]