Welttourismustag 2006: Der Tourismus, Dienst an der Völkerverständigung und am Zusammenwachsen der Kulturen

Botschaft von Kardinal Renato Martino

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ROM, 27. September 2006 (ZENIT.org).- „Tourismus bereichert“, so lautet das Motto, das Kardinal Renato Raffaele Martino, Präsident des Päpstlichen Rates der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs, in seiner Botschaft zum heutigen Welttourismustag entfaltet. Dieser besondere Tag im Jahr wurde von der Welttourismusorganisation (WTO), einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen, vor 27 Jahren zum ersten Mal ausgerufen. Der Tourismus könne der Völkerverständigung und dem Zusammenwachsen der Kulturen dienen, unterstreicht der Kurienkardinal.



In seinem Schreiben hebt Kardinal Martino hervor, dass „das großräumige und bedeutende Phänomen des Tourismus von einer kontinuierlich steigenden Zahl von Menschen persönlich erfahren wird“. Durch die Reisen in andere Länder werde von der Schönheit fremder Kulturen regelrecht verzaubert. So kommt es „zu einem Austausch in einer realen Erfahrung von Raum und Kultur“. Durch diese “aktive und passive Reziprozität“ werde auf diesem so ungleichen Planeten Erde eine neue Gelegenheit für Begegnung angeboten, einer Begegnung mit einer „ethischen Dimension“.

Beim Tourismus gehe es nicht nur um wirtschaftlichen Gewinn; in ihm liege vielmehr die Chance eines Umgangs mit „Leuten, Nachbarn, Familien und Gemeinschaften, der eine Angelegenheit des Herzens und des Gefühls sei, der Aufmerksamkeit und des Respekts“.

Für eine große Zahl von Menschen böte das Reisen in andere Länder Raum für das Entwickeln von Erwartung und Hoffnung, Vertrauen und Ausdauer, Geist und Glauben an die Zukunft. Andere spreche mehr die Geschichte an, das „künstlerische Erbe, Archive und Bibliotheken, Malerei und Skulptur, Poesie, Literatur, Kathedralen, Kirchen, Moscheen, Gebäude, Museen,…“

Kardinal Martino fasst zusammen: „Die Reichtümer der Völker, die gleichzeitig unter Unterentwicklung leiden, werden bewundert.“ Trotz aller ökonomischen und finanziellen Ungleichheiten bliebe doch „der Eindruck einer Menschlichkeit, die umso reicher ist, wenn die Fenster des Systems zu anderen hin geöffnet werden“. So entstehe Zugang zu den „kulturellen, historischen, natürlichen, ästhetischen, menschlichen und geistigen Schätzen, die alle Völker in einem mehr oder weniger großen Umfang eifersüchtig zu schützen versuchen“.

Der Kontakt mit anderen Gegenden und Kulturen, so schreibt der Kardinal abschließend, „scheint wie ein neuer Sonnenaufgang zu sein, ein Reichtum, der auf dem Gesicht jedes Bruders und jeder Schwester bleibend angeboten wird, und es ist ein dauerhaftes Geschenk Gottes, der selbst zum Pilger werden wollte und jeden von uns im Antlitz seines gesegneten Sohns besucht“.