Welttourismustag 2007 im Zeichen der Gleichstellung der Frau

Kardinal-Staatssekretär Bertone fordert Überwindung jeglicher Form von Diskriminierung

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ROM, 27. September 2007 (ZENIT.org).- Zum heutigen Welttag des Tourismus übersandte Kardinal-Staatsekretär Tarcisio Bertone im Namen von Papst Benedikt XVI. einen Brief an den Generalsekretär der Welttourismusorganisation OMT, Francesco Frangialli. Der Päpstliche Rat der Seelsorge für die Migranten und die Menschen unterwegs hat zu diesem Anlass ebenfalls eine Botschaft veröffentlicht, die dem Motto: „Der Tourismus – offene Tür für die Frauen“ verpflichtet ist.



Der Staatssekretär des Vatikans erinnert in seinem heute veröffentlichten Schreiben, dass laut den statistischen Daten der UNWTO (World Tourism Organization) rund 46 Prozent der Arbeitskräfte in der Tourismusbranche Frauen sind. Zu den verantwortlichen Positionen hätten sie allerdings in vielen Fällen keinen Zugang, bedauerte der Kardinal. Dieses Phänomen beruhe auf Vorurteilen, Stereotypen und der traditionellen Zuweisung von untergeordneten Positionen. Dies gelte überall auf der Welt, insbesondere jedoch in jenen Gebieten, in denen die Frau aufgrund der gängigen moralischen, kulturellen und zivilen Sichtweisen herabgewürdigt und starken Ungerechtigkeiten ausgesetzt wird.

Der Kardinal-Staatsekretär hebt in seiner Botschaft hervor, dass jeder Tourist, welcher Religion oder sozialen Klasse er auch angehören mag, sich moralisch zum Schutz und zur Förderung der Frau verpflichtet fühlen sollte. Es sei erforderlich, eine tatsächliche Gleichheit der Rechte der Frauen zu erreichen, eine gleiche Behandlung in der Arbeitswelt und ein gerechtes Einkommen. Darüber hinaus müsse den Frauen Religionsfreiheit gewährt und den mit der Mutterschaft verbundenen Bedürfnissen Rechnung getragen werden.

Eine positive Gesetzgebung müsse konkret das Recht auf Studium und Berufsausbildung fördern und gleichzeitig die ungerechte Ausbeutung der Frau und die unwürdige Kommerzialisierung ihres Körpers bekämpfen. „Es ist geboten, den nicht tolerierbaren Skandal eines gewissen Sextourismus zu denunzieren, der die Frau erniedrigt und sie in die Situation einer praktischen Versklavung bringt.“

Nur wenn die Diskriminierung der Frau überwunden wird, könne die Tourismusbranche auch den Bedürfnissen der ansässigen Bevölkerung gerecht werden.