Wenn die Poesie zu Stein wird

Ausstellung Gaudí im Vatikan in Rom präsentiert

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VATIKANSTADT, 25.November 2011 (ZENIT.org). – Am 24. November wurde im Pressesaal des Heiligen Stuhls die Ausstellung „Gaudí  und die Sagrada Familia von Barcelona - Kunst, Wissenschaft und Spiritualität" präsentiert.

Die suggestive Werkschau, die die Beziehung zwischen Kunst, Architektur und Transzendenz in den Werken Antoni Gaudís veranschaulicht, wurde von der „Junta Constructora del Temple de la Sagrada Família“, Barcelona, von der Stiftung „Fundació Joan Maragall“, Barcelona und der C/E Acción Cultural Española ins Leben gerufen.

Sie wird gefördert von: der „Generalitat de Catalunya“, dem Päpstlichen Kulturrat, der Zusammenarbeit von „Fundación Endesa“, „Obra Social“ „la Caixa” und der spanischen Botschaft am Heiligen Stuhl.

Die Ausstellung ist im „Braccio di Carlo Magno“ des Vatikans vom 24. November 2011 bis    15. Januar 2012 zu sehen.

Während der Pressekonferenz erklärte Kardinal Lluís Martínez Sistach, Erzbischof von Barcelona und Präsident der „Fundació Junta Constructora de la Sagrada Família“, der Besuch von Papst Benedikt XVI in Barcelona anlässlich der Weihung der „Sagrada Familia“ habe dieser Basilika eine noch größere internationale Bedeutung verliehen.

Nach dem Besuch des Papstes am 10. November 2010 habe es bei den Besichtigungen der Kirche einen Anstieg von 40 Prozent und 2011 bereits mehr als drei Millionen Besucher gegeben.

Der Erzbischof von Barcelona betonte, die Ausstellung sei ein Zeichen der Dankbarkeit gegenüber dem Heiligen Vater, dem Päpstlichen Rat für die Kultur und dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung.

In Bezug auf die Begegnung mit Msgr. Rino Fisichella erklärte der Kardinal, die „Sagrada Familia“ sei ein Emblem für die Neuevangelisierung geworden. Zusammen mit anderen elf Städten Europas werde Barcelona in der „Missio Metropolis“(Stadtmission) arbeiten, die in der Fastenzeit 2012 durchgeführt wird.

„Die Werkschau“, fügte der Kardinal hinzu, „ist einmal mehr Ausdruck des Beitrags des christlichen Glaubens zur Kultur, zur Kunst und zu den Schönheiten, die die Kirche im Laufe der Jahrhunderte hervorgebracht hat“.

Hierzu könne man auf dem Pergament im ersten Teil der Basilika lesen: „Die Herzen aus ihrer Trägheit aufrütteln. Den Glauben hervorheben. Die Barmherzigkeit aufwerten. Zur Gnade des Herrn für unser Land beitragen“. Prophetische Worte des Künstlers, der Mystizismus und Kunst vereinen wollte.

In diesem Zusammenhang rief der Dichter und Intellektuelle Joan Maragall beim Betrachten des Werkes von Gaudí aus „Das ist nicht mehr Architektur, das ist Poesie“. Und Ragonesi, der Apostolische Nuntius in Spanien, fügte hinzu „Er ist der Dante der Architektur“.

Joan Rigol, Mitorganisator der Ausstellung, brachte es auf den Punkt: „Gaudí hat mit der „Sagrada Familia” die Katechesen in Stein gehauen“.

[ZENIT-Übersetzung aus dem Italienischen von Cora Ebeling]