Wenn man sich aus Armut keine Gesundheitsversorgung mehr leisten kann

Das traurige Ergebnis einer Studie in Italien

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 363 klicks

Armut lasse sich nicht nur anhand von Arbeitslosenzahlen und Wirtschaftsdaten ablesen, sondern auch an der medizinischen Versorgung der Menschen, wie der „Osservatore Romano“ (15/01/2014) heute berichtet.

In Italien sei ein Zunehmen der sogenannten Armut in der Gesundheitsversorgung feststellbar. Für viele Menschen stelle der Erwerb von Medikamenten, auch verschreibungspflichtigen, eine zu große finanzielle Belastung dar. Die wirtschaftliche Krise geht mittlerweile so weit, dass die Menschen aus finanzieller Not, nachdem sie sich bereits bei Kleidung und den alltäglichen Lebensmitteln drastisch eingeschränkt haben, ihre Gesundheit vernachlässigen müssen, so das traurige Ergebnis einer Studie der „Caritas Italiana“ in Zusammenarbeit mit der „Fondazione Banco Farmaceutico“.

Die Studie, die den Zeitraum von 2006 bis 2013 verfolgt und Daten aus ganz Italien erfasst, zeigt deutlich, dass Großfamilien ebenso betroffen sind wie alte Menschen mit niedrigen Pensionen oder Immigranten. Die „Caritas Italiana“ verzeichnete einen Zuwachs von 57,1 Prozent bei der kostenlosen Medikamentenausgabe. Als Ergebnis lasse sich festhalten, dass 70,4 Prozent aller Anfragen auf die Grundversorgung mit Lebensmitteln, finanzielle Unterstützung und Gesundheitsversorgung gerichtet seien. In einigen Fälle handle es sich um wahre Notfälle vor. Die Daten sprechen für sich: Die Nachfrage im Gesundheitssektor stieg um 71,91 Prozent, die Nachfrage nach Medikamenten von 255.783 auf derzeit 439.719. In Mittelitalien wurden 2006 32.718 Medikamente angefordert, 2013 188.560.