Wenn sich der Christ vor der Ärmlichkeit des Scheins scheut...

Papstmesse: Der einzige Weg zur Erlösung liegt im Bekenntnis der Schwäche und Sündigkeit

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 423 klicks

Gemeinsam mit Papst Franziskus zelebrierten die heilige Messe der Sekretär der Kongregation für den Klerus, Kardinal Mauro Piacenza, und der Erzbischof Celso Morga Iruzubieta – in Begleitung einiger Priester – sowie Kardinal Giuseppe Bertello und dem Bischof von Humahuaca in Agentinien, Pedro Olmedo Rivero und Msgr. Benjamin J. Almoneda, emeritierte Bischof von Daet auf den Phillipinen.

Sich bewusst zu sein, eine zerbrechliche Tonvase zu sein, die aber einen großen Schatz beinhaltet, der ihr in ganz und gar kostenloser Weise gegeben worden ist, das sei der Jünger Christi vor seinem Herrn. Papst Franziskus bezieht sich in seiner Ausführung auf die heutige Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Korinther (4,7-15), in der Paulus den Christen erklärt, dass die große Kraft des Glaubens Gottes Werk sei, das in Sünder „gefüllt“ werde, gleich einer „Tonvase“. Wir armen Sünder würden aus der Verbindung von „Gnade und Kraft Jesu Christi“ heraussprudeln; dies sei „der Dialog der rErlösung“, so der Papst. Dieser Dialog müsse sein, „so wie wir sind.“

„Paulus hat oft – wie ein Kehrreim, nicht wahr? – von seinen Sünden gesprochen. ‚Aber ich sage euch: Ich, der ich ein Verfolger der Kirche bin, habe angestrebt…‘ Er kommt immer wieder auf die Erinnerung an seine Sünden zurück. Er fühlt sich als Sünder. Aber auch in diesem Moment sagt er nicht: ‚Ich war es und jetzt bin ich heilig‘, nein. ‚„Auch jetzt habe ich noch einen Stachel Satans im Fleisch.‘ Er zeigt uns unsere Schwächen. Die eigentliche Sünde. Derjenige, der Jesus Christus empfängt, ist ein Sünder. Führe mit ihm ein Gespräch.“

Der Schlüssel sei die Bescheidenheit. Paulus selbst zeige es uns. Er bekenne öffentlich, was er als Apostel Jesu getan habe. Aber deswegen verstecke er nicht seine Sünden.

„Auch das ist das Vorbild der Bescheidenheit unserer Priester. Wenn wir uns nur mit unserem ‚curriculum‘ brüsten und mit nichts anderem, wird es uns schlecht ergehen. Wir müssen bescheiden sein, aber mit einer wirklichen Bescheidenheit, mit Vornamen und Nachnamen: „Ich bin ein Sünder, deswegen, deswegen und deswegen.“ So wie Paulus es macht. Nicht wie die Sünder, die mit falscher Bescheidenheit leben, die wie ein Bild erscheint, nicht wahr? Nein, eine starke Bescheidenheit.“

Wenn es einem Christen nicht gelinge, seine Sünden gegenüber der Kirche zuzugeben, stimme etwas nicht. Und wer nicht als erster gehe, verstehe nicht die Schönheit der Erlösung, die uns Christus bringe.

„Brüder und Schwestern, wir haben einen Schatz, denjenigen des Retters Jesus Christus. Das Kreuz Jesu Christi, diesen Schatz, auf den wir uns etwas einbilden. Aber wir haben ihn in einer Tonvase. Bilden wir uns auch etwas auf unsere Sünden etwas ein. Und so ist das Gespräch zwischen Christen und Katholiken: konkret, weil die Rettung Jesu Christi konkret ist. Jesus Christus hat uns nicht mit einer Idee gerettet, mit einem intellektuellen Programm, nein. Er hat uns mit seinem Fleisch gerettet. Er hat sich erniedrigt, ist Mensch geworden. Aber dies kann man nur in Tonvasen bekommen.“

Am Ende der Predigt sagte der Papst, er glaube, die Samariterin sei im Himmel, denn, so sage Manzoni, der Herr habe niemals ein Wunder nicht zu Ende gebracht, und das Wunder, das er begonnen habe, habe er sicherlich im Himmel vollendet. Er bat den Herrn „er möge uns helfen, Tonvasen zu sein um das Mysterium Jesu Christi weiterzutragen und zu verstehen.“