Wenn wir unseren Feinden verzeihen, ähneln wir Jesu

"Um ihnen vergeben zu können, müssen wir für sie beten und den Herrn bitten, ihr Herz zu ändern."

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 534 klicks

So die Worte des Papstes in der heutigen Messe in Santa Marta. Er zelebrierte die Messe gemeinsam mit Kardinal Giuseppe Versaldi. Ebenso nahmen einige Mitarbeiter der Präfektur für Finanzen des Heiligen Stuhls und der Vatikanischen Museen teil.

Wie können wir unsere Feinde lieben? Es gibt Taten, die eine Versöhnung unmöglich erscheinen lassen. Papst Franziskus nannte als Beispiele Kriegsbombardierungen, Massenmorde oder aber auch die indirekte Tötung durch Unterlassung von medizinischer Hilfe aus reiner Geldgier. Es scheine schwierig, seine Feinde zu lieben. Aber Jesu erwarte genau dies von uns, was die Lesungen in diesen Tagen zeigen, das Gesetz Jesu zu erneuern. Er unterstrich, dass wir alle Feinde hätten, aber auch selbst zu Feinden von anderen werden könnten.

„Auch wir werden häufig Feinde von anderen: indem wir sie nicht mögen. Und Jesus will von uns, dass wir unsere Feinde lieben! Und das ist nicht einfach! Es ist nicht einfach… Auch finden wir, das Jesus zu viel von uns erwartet! Das überlassen wir lieber den Ordensschwestern, die in Klausur leben und heilig sind; das überlassen wir einer heiligen Seele, aber für das Leben gilt das nicht. Und es muss funktionieren! Jesus sagt zu uns: Nein, wir müssen das machen! Ihr seid wie die Heiden. Ihr seid keine Christen!“

Wie können wir also unsere Feinde lieben? "Jesus gibt uns dazu zwei Wegweiser", so der Pontifex. "Zunächst einmal sollen wir auf Gottvater schauen und erkennen, dass er die Sonne auf die Bösen und die Guten scheinen und es auf die Gerechten wie Ungerechten regnen lässt. Gott hat Liebe für alle. Und Jesus fordert von uns, seinem Beispiel zu folgen, seine vollkommene Liebe nachzuahmen." Sich rächen zu wollen sei unchristlich, unterstrich der Heilige Vater. Die Lösung sei, zu beten.

„Beten! Das ist es, wozu uns Jesus rät. Betet für eure Feinde! Betet für die, die euch verfolgen! Betet! Und Gott bitten: ‚Verändere ihr Herz! Er hat ein Herz aus Stein, aber verändere ihn, gib ihm ein Herz aus Fleisch und Blut, dass er fühlen kann und liebt!‘ Ich stelle euch nur diese Frage und jeder von euch beantworte sie in seinem Herzen: ‚Bete ich für meine Feinde? Bete ich für die, die mich nicht mögen?‘ Wenn wir ja sagen können, sage ich: ‘Bete mehr, das ist ein guter Weg!‘ Wenn die Antwort nein ist, sagt der Herr:‘ Du Armer. Auch du bist ein Feind der anderen.‘ Beten, damit der Herr ihr Herz verändere. Wir können sagen:‘ Der hat mir wirklich etwas angetan oder die da haben böse Sachen gemacht oder der da lässt die anderen verarmen, lässt die Menschheit verarmen.“

Es stimme, sagte der Papst, die Liebe zu unseren Feinden mache uns ärmer, so wie sich Jesu für uns erniedrigt habe. Nach heutigen Wertigkeiten sei das sicherlich kein guter Deal, jedoch sei dies der Weg Jesu, die Erniedrigung, die Gnade, die uns alle rechtfertige und uns reich gemacht habe. Dies sei das Geheimnis der Rettung.

„Mit dem Verzeihen, mit der Liebe zum Feind werden wir ärmer: aber diese Armut ist der Samen für die Liebe zu anderen. So wie die Armut Jesu di Gnade der Rettung für uns alle geworden ist, der Reichtum… Die die wir heute in der Messe sind, denken wir an unsere Feinde und an diejenigen, die uns nicht mögen: es wäre schön, wenn wir ihnen diese Messe anbieten würden: Jesus, das Opfer Jesu für diejenigen die uns nicht lieben. Und auch für uns, dass der Herr uns diese schwierige Weisheit lehre, schwierig, aber auch schön, weil sie uns dem Vater ähneln lässt , unserem aller Vater, der die Sonne für alle scheinen lässt, für die Guten und die Bösen. Und es lässt uns seinem Sohn Jesus Christus ähneln, denn in seiner Erniedrigung hat sich ärmer gemacht, um uns reicher werden zu lassen, uns, mit seiner Armut.“