Wer die Liebe Gottes vergisst, ist korrupt und selbstverliebt

Papst Franziskus bittet in seiner gestrigen Predigt um die Gnade, sich schuldig zu fühlen

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Luca Marcolivio | 483 klicks

In der gestrigen Messe in Santa Marta wählte Papst Franziskus das Thema des Gegensatzes von Korruption und Heiligkeit, die er zusammen mit Kardinal Angelo Amato, Präfekt der Kongregation für Angelegenheiten in Zusammenhang mit den Heiligen, zelebrierte. Ebenso nahmen an der Messe Mitarbeiter derselben Kongregation teil sowie Personen aus dem Umkreis des Papstes.

Ausgehend vom Evangelium des gestrigen Tages (Mk 12,1-12) erklärte der Heilige Vater, dass es „drei Kategorien von Christen in der Kirche gibt: die Sünder, die Korrupten und die Heiligen.“ Ironisch fügte er hinzu, dass „es nicht notwendig ist, zu viele Worte über die Sünder zu verlieren, das sind wir alle“ und „ wer sich nicht als solcher einschätze, solle einem spirituellen Arzt einen Besuch abstatten.“ Der Papst sprach in erster Linie über die Kategorie der Korrupten, die im gestrigen Evangelium von den boshaften Weinbauern personifiziert werden, da sie „sich des Weinstocks bemächtigen wollen und die Beziehung zu ihrem Herrn verloren haben.“

Der Herr des Weinstocks sei ein Bild für Gott, der „der uns mit Liebe zu sich gerufen hat, der uns beschützt, aber auch Freiheit gibt“, so Papst Franziskus. In diesem Zusammenhang erklärte der Pontifex, dass sich die Weinbauern „unabhängig von Gott gefühlt hätten“, ein Verhalten, das der Korruption gleichkommt. Die Korrupten seien „Sünder wie wir“, aber sie seien „noch einen Schritt weiter gegangen“, sie „fühlen sich in der Sünde gefestigt“, als ob sie Gott nicht mehr bräuchten. Da sie Gott aber nicht negieren könnten, schafften sie „einen speziellen Gott: sich selbst.“

Auch in den christlichen Gemeinden manifestiere sich dieses, indem viele den Anschein erweckten, sie wollten die anderen willkommen heißen; in Wirklichkeit gehe es ihnen jedoch nur um den eigenen Interessen. Judas sei der Urvater dieser Christen, der „als geiziger Sünder in der Korruption geendet ist.“ Die Korrupten, so der Papst weiter, seien „sehr gedankenlos“, da sie die Liebe Gottes vergessen hätten und „so zu Anbetern ihrer selbst geworden seien.“ Papst Franziskus fügte hinzu: „Wie schlecht sind diese Korrupten für die Glaubensgemeinschaft der Christen! Möge der Herr uns vor diesem Weg bewahren!“

In Erinnerung an den 50. Todestag des seligen Johannes XXIII. nutzte Papst Franziskus die Gelegenheit, an die Heiligen zu erinnern, die „den Ertrag des Weinbergs einholen“ und an das, was sie erwarte. Die Heiligen seien diejenigen, die „die dem Herrn gehorchen, die ihn anbeten und nicht die Liebe vergessen haben, mit der der Herr den Weinberg angelegt hat.“ So wie die Korrupten der Kirche schädigten, verhälfen die Heiligen ihr zu Gutem. Während der Apostel Johannes die Korrupten als „Antichrist“ beschreibe, wie die „die unter uns sind, aber nicht mit uns sind“, die die Heiligen das Licht im Angesicht Gottes.

Am Ende bat Papst Franziskus den Herrn „um die Gnade, sich schuldig zu fühlen, und uns davor zu schützen, korrupt zu werden.“