Werner von Ellerbach

Erster Abt im Kloster Wiblingen

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 386 klicks

Über das Leben des seligen Werner von Ellerbach sind nur wenige Fakten überliefert. 1093 wurde Werner, der als Benediktinermönch in Sankt Blasien lebte, von Abt Otto nach Wiblingen gesandt, um dort mit einigen Mitbrüdern das Kloster Wiblingen zu leiten. Die Grafen Hartmann und Otto von Kirchberg hatten eine entsprechende Stiftung getätigt, die die Errichtung des neuen Klosters am Zusammenfluss von Iller und Donau in Wiblingen erlaubte. Über das Aussehen der ersten Klosteranlage sind keine Informationen überliefert, doch schon kurze Zeit nach der Ansiedlung der Mönche konnte der Bischof von Konstanz die Weihe des Neubaus vornehmen. Die Kirche war dem heiligen Sankt Martin geweiht; hier wurde außerdem eine Kreuzreliquie aufbewahrt, die die beiden Stifter vom Kreuzzug mitgebracht hatten. Ab 1098 wurde Werner der erste Abt des neugegründeten Klosters in Wiblingen. 

Werner starb vermutlich am 4. Juni 1126 und wurde in der Abteikirche vor dem Kreuzaltar beigesetzt. 1782 wurden die Gebeine des Seligen nach den umfassenden Umbauarbeiten an der Abteikirche in den Vierungspfeiler der heutigen Barockkirche verbracht. Ein Epitaph aus dem Jahr 1492, das sich in der nördlichen Seitenkapelle befindet, zeigt den seligen Werner mit dem Kirchenmodell in der Hand.

Zum Gedenken an den Verstorbenen wurden bis zum Dreißigjährigen Krieg an seinem Todestag die sog. Wernerbrote, in Wiblingen gesegnete Brote, ausgeteilt.

Das zu Lebzeiten Werner von Ellenbachs gegründete Kloster in Wiblingen wurde 1806 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Berühmt war das Kloster Wiblingen für seine Bibliothek, in der um 1450 circa 200 Handschriften mit Texten klassischer Autoren aufbewahrt wurden. Nach der Säkularisation wurde der wertvolle Bibliotheksbestand mit etwa 15.000 Volumina und Kunstgegenständen beschlagnahmt und zum Teil verkauft. Der Großteil jedoch konnte nach Stuttgart verbracht und dort in die Hofbibliothek eingegliedert werden.

Zum Gedenken an die Klostergründung vor 900 Jahren wurde im Jahr 1993 die 1806 zur Pfarrkirche umgewidmete Klosterkirche zur „Basilica minor“ ernannt.