Wertekatalog für medizinisches Personal nach der Lehre der Kirche aktualisieren

"Evangelium Vitae" Thema bei Internationaler Konferenz des Päpstlichen Rats für die Pastoral im Krankendienst

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VATIKANSTADT, 24. November 2011 (ZENIT.org). – In der Aula Johannes Paul II. des Pressesaals des Heiligen Stuhls fand die Pressekonferenz anlässlich der XXVI. Internationalen Konferenz statt, die vom Päpstlichen Rat für die Pastoral im Krankendienst organisiert und vom 24. bis 26. November in der Aula Nova der Synode mit dem Titel „Die Gesundheitspastoral im Dienst des Lebens und im Licht der Lehre des seligen Johannes Paul II.“ abgehalten wird.

Während der Pressekonferenz wurden auch die ersten Begegnungen mit den für die Gesundheitspastoral zuständigen Bischöfen angekündigt, die für Mittwoch, den 23. November  im Saal Pius X vorgesehen war sowie das Wohltätigkeitskonzert zugunsten der Stiftung „Der barmherzige Samariter“, das am 25. November um 18 Uhr in der Aula Paul VI. stattfindet.

Der Präsident des Organisationsdikasteriums, Erzbischof Zygmunt Zimowski, betonte den Einsatz des sel. Johannes Paul II. im Bereich der Gesundheitspastoral zugunsten der Kranken. 1985 richtete der damalige Papst einen Ausschuss für die Tätigen im Krankendienst ein und 1992 rief er den Weltkrankentag ins Leben. Nur wenige Monate vor seinem Tod, im September 2004, gründete er außerdem die Stiftung „Der barmherzige Samariter“.

Aber das größte Erbe von Johannes Paul II. ist sicherlich die Bewältigung seines eigenen Leidenswegs. Hierzu zitierte Msgr. Zimowski die Worte von Papst Benedikt XVI. in seiner Ansprache vor der römischen Kurie am 22. Dezember 2005. „Johannes Paul II hat uns durch seine Worte und sein Werk viel Wertvolles hinterlassen, aber von nicht geringerer Bedeutung ist das Beispiel, das er uns gegeben hat, indem er sein Leiden schweigend und ohne zu klagen ertrug. Er hat uns den Erlöser und die Erlösung vorgelebt und uns die Gewissheit gegeben, dass das Leiden nicht das letzte Wort im Leben hat“, waren die Worte von Papst Benedikt.  

„Nach diesen Worten des Heiligen Vaters Benedikt XVI und der tiefen Verehrung und Zuneigung, die dieses Dikasterium und alle im Gesundheitswesen Tätigen für Papst Wojtyla empfinden, haben wir unsere XXVI. Internationale Konferenz organisiert“, erklärte der Präsident.

Für den Bischof bedeuten diese Veranstaltungen, unter ihnen auch das Konzert, „ein Zeichen der Hingabe und eine neue Gelegenheit zum Nachdenken und Vertiefen dieses Arguments, um einen neuen geistigen und handelnden Elan zugunsten des Menschenlebens zu finden und die Lehre von Karol Wojtyla in Tat umzusetzen“.

„Es sind“, so Msgr. Zimowski weiter, „pastoral-theologisch orientierte Vorträge, Zeugen- und Erfahrungsberichte vorgesehen, die sich an die Lehre des Seligen und an die christliche Bedeutung des Leidens und des Evangelium Vitae anlehnen.

Die Veranstaltung hat einen interdisziplinären Charakter, um alle zum Thema gehörenden Details und Zusammenhänge zum Ausdruck zu bringen.

Am ersten Tag der Konferenz gibt es einen feierlichen Festakt zu Ehren des polnischen Papstes, an dem auch Kardinal Stanisław Dziwisz als Erzbischof von Krakau und früherer persönlicher Sekretär von Karol Wojtyla teilnimmt.

Laut Msgr. Zimowski nehmen an den drei Veranstaltungstagen nicht nur Vertreter verschiedener Einrichtungen, Verbände und Organisationen teil, die in der Gesundheitspastoral tätig sind, sondern auch Vertreter anderer Kirchen und Glaubensgemeinschaften, unter ihnen Reverend Stavros Kofinas, Koordinator des „Netzwerks für die Gesundheitspastoral des ökumenischen Patriarchats in Griechenland“ sowie Dr. Khaled al-Bassel, Arzt im italienischen Krankenhaus in Kairo. Mehr als 685 Personen aus über 70 Ländern der Welt haben sich angemeldet und sechs Botschafter am Heiligen Stuhl leisten ihren Beitrag. Unter den Vortragenden sind auch der EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, John Dalli, sowie der Gründer der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio und neue italienische Minister, Andrea Riccardi.

Während der Pressekonferenz ergriff auch der Untersekretär des Päpstlichen Rats für die Pastoral im Krankendienst, P. Augusto Chendi, das Wort. „Die Glaubenslehre, die die Kirche vom sel. Johannes Paul II. in Bezug auf „Evangelium Vitae“ geerbt hat, das der Leitfaden der Internationalen Konferenz ist, sollte zusammen mit der Lehre des jetzigen Papstes durch die Bildung der im Krankendienst Tätigen weitergegeben werden“ erklärte Chendi. „ Und zwar durch das Einbeziehen der verschiedenen Berufsgruppen, die sich der Kranken persönlich annehmen, ohne diejenigen auszuschließen, die im politischen oder wirtschaftlichen Bereich des Gesundheitswesens ethisch korrekte Entscheidungen treffen müssen.“

Eins der Ziele dieser Konferenz ist, die „Charta der Gesundheit, den Wertekatalog für Ärzte, die der Heilige Stuhl 1994 veröffentlicht hatte, auf den heutigen Stand zu bringen. „Es sind Ergänzungen nötig hinsichtlich des Fortschritts der medizinischen Wissenschaft und der möglichen Eingriffe in das menschliche Leben sowie der Glaubenslehren, die unter dem Pontifikat von Papst Johannes Paul II. ausgesprochen wurden“ erläuterte Chendi weiter.

Er erwähnte hierzu unter anderem die Enzyklika „Evangelium Vitae“ vom 25. März 1995 und die doktrinäre Klausel vom 25. November 2002, die einige Aspekte des Einsatzes und Verhaltens von Katholiken im politischen Leben betreffen. Ein weiterer Text, der in die Charta aufgenommen werden müsse, sei die Instruktion „Dignitas Personae“ vom 8. September 2008.

Außer Msgr. Zimowski und Pater Chendi ergriffen das Wort während der Pressekonferenz auch Msgr. Valentin Pozaić, Weihbischof in Zagreb (Kroatien), Msgr. Jean-Marie Mate Musivi Mupendawatu, Sekretär des Päpstlichen Rats für die Pastoral im Krankendienst, Msgr. Jacques Suaudeau von der päpstlichen Akademie für das Leben und wissenschaftlicher Berater des Dikasteriums sowie Myriam Castelli, Schwester der paulinischen Kongregation und Journalistin bei RAI International.

[Übersetzung aus dem Italienischen von Cora Ebeling]