Wichtiger und schwieriger Dienst auf den Meeren

Botschaft zum Sonntag des Meeres 2011 am 10. Juli 2011

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ROM, Mittwoch, 29.Juni 2011 (ZENIT.org). - Antonio Maria Vegliò, der Präsident des Päpstlichen Rates für die Seelsorge für Migranten und Menschen unterwegs, ließ zum Sonntag des Meeres am 10. Juli 2011 folgende Botschaft veröffentlichen:

Liebe Kapläne, Freiwillige, Freunde und Förderer des Werkes des Apostolates des Meeres,

die Feier des Sonntags des Meeres ist eine besondere Gelegenheit, um das Bewusstsein in den christlichen Gemeinschaften und in der Gesellschaft allgemein zu stärken, wie unersetzlich die von den Seeleuten geleistete Arbeit ist, und um den Dienst bekannt zu machen, den seit 1920 die Kapläne und die Freiwilligen des Apostolats des Meeres in zahlreichen Häfen der Welt ausüben.

„Meine Anwesenheit heute unter euch soll unterstreichen, dass die Kirche euch nahe ist, eure nicht selten gefährliche und harte Arbeit ehrt, eure Ängste und Sorgen kennt, eure Rechte unterstützt, euch in eurer Einsamkeit und Sehnsucht tröstet“.

Diese Worte, die der selige Johannes Paul II. in seiner Predigt am 12. August 1984 an die Seeleute und Fischer der Stadt Fano (Ancona) gerichtet hat, bilden eine starke Botschaft der Hoffnung für die circa 1,5 Millionen Seeleute aus über 100 Nationalitäten (zwei Drittel von ihnen aus Entwicklungsländern), die täglich auf die Anforderungen der globalen Wirtschaft antworten, indem sie neunzig Prozent des Welthandels transportieren.

Trotz des großen Gewinns, den unser Leben aus ihrer harten Arbeit und ihren Opfern zieht, gehören die Seeleute zu einer Menschengruppe, von der wir sehr wenig wissen, mit Ausnahme wenn die Massenmedien sich mit ihnen beschäftigen infolge von Tragödien auf dem Meer, oder, in jüngerer Zeit, wegen der Zunahme von Schiffen, die von Piraten angegriffen werden. In Wirklichkeit sind die Probleme, die ihr Leben betreffen, weitaus zahlreicher.

In den letzten Jahren haben die Kriminalisierung der Besatzungen aufgrund von maritimen Unfällen (Schiffsbrüchige, Verschmutzung etc.), die Verlassenheit in fremden Häfen ohne Nahrung und Geld, die neuen Einschränkungen des Landgangs, das Fehlen von Sicherheit und Schutz und das lange Verladen ein Höchstmaß von Stress und Angst nicht nur für das Leben dieser Arbeiter, sondern auch für das ihrer Familien bewirkt.

Das Apostolat des Meeres ist sich der zahlreichen, unmenschlichen Situationen bewusst, die noch auf der maritimen Welt lasten, und es stellt sich an die Seite der Seeleute, um zu bekräftigen, dass ihre Menschen- und Arbeitsrechte respektiert werden müssen. Indem wir an unsere jüngste Erklärung über die Piraterie (26. Mai 2011) erinnern, wollen wir unterstreichen, wie bedeutsam es ist, dass der maritime Sektor (Reedereien, P&I Clubs, etc.) in engem Kontakt mit Regierungen, internationalen Organisationen und Wohlfahrtsverbänden arbeitet, um vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen mit dem Ziel, die Sicherheit dieser Personen zu garantieren. Und um den höchsten Schutz derjenigen, die auf dem Meer arbeiten, sicherzustellen, wenden wir uns an alle Regierungen, damit sie so bald wie möglich die Konvention des Internationalen Büros der Arbeit („ILO“) über die Maritime Arbeit („ML“) von 2006 annehmen und ihr Inkrafttreten erleichtern. Andernfalls hätte sie nur einen theoretischen Wert, auch wenn sie eines der bedeutendsten Ergebnisse der ganzen Geschichte der Rechte der Seeleute bliebe.

Im Kampf für die Gerechtigkeit in der maritimen Welt wird das Apostolat des Meeres von den Prinzipien des Evangeliums und der Unterweisung der kirchlichen Soziallehre geleitet. Die Worte, mit denen Papst Pius XI. die ersten „Konstitutionen und Regeln des Apostolats des Meeres“ approbierte und segnete, ermutigen uns zur Fortsetzung der Mission „der Ausbreitung des maritimen Dienstes“, damit das Werk „eine sehr reiche Ernte von Früchten des Wohls einsammle“.

Neunzig Jahre nach diesem wichtigen Ereignis in der Geschichte des Apostolats des Meeres freue ich mich, die Einberufung des XXIII. Weltkongresses des Apostolats des Meeres in Rom vom 19. bis zum 23. November 2012 anzukündigen, um über die Herausforderungen, die sich aus den ständigen Veränderungen der maritimen Welt ergeben, nachzudenken und sich auszutauschen.

Abschließend vertraue ich an diesem besonderen Tag, der den Seeleuten gewidmet ist, die Gemeinschaften der Seefahrt und der Fischerei dem mütterlichen Schutz Mariens an, dem „Stern des Meeres“, während ich auf euch alle den Segen Gottes herabrufe.

+ Antonio Maria Vegliò, Präsident

+ Joseph Kalathiparambil, Sekretär

[Aus dem Italienischen übersetzt von Dr. Edith Olk]