„Widerstand ist unverständlich“

Orthodoxe und Katholiken sprechen über Rolle des Bischofs von Rom

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Michaela Koller

PAPHOS, 21. Oktober 2009 (ZENIT.org).- Der griechisch-orthodoxe Metropolit Ioannis Zizioulas von Pergamon hat sich in einem bei Asia News widergegebenen Interview gegen Kritik konservativer Teile der orthodoxen Welt am katholisch-orthodoxen Dialog gewandt. Orthodoxe Geistliche, darunter die Mönche vom Berg Athos, werfen dem Ökumenischen Patriarchat vor, in der Frage des petrinischen Primats gegenüber Rom nachzugeben. „Der Widerstand gegen den Dialog ist unverständlich", sagte der Metropolit.

Am 16. Oktober nahm die Gemischte Internationalen Kommission für den theologischen Dialog zwischen der katholischen Kirche und den orthodoxen Kirchen ihre Arbeit wieder auf. Das Treffen auf Zypern setzt die Begegnung in Ravenna 2007 fort. Bis 23. Oktober tagt die katholisch-orthodoxe Dialogkommission in Paphos zum Thema: "Die Rolle des Bischofs von Rom in der Gemeinschaft der Kirche im ersten Jahrtausend“.

Orthodoxe Geistliche hatten am Samstag, die in Paphos auf Zypern tagende Sitzung der gemischten Internationalen Kommission für den theologischen Dialog zwischen der katholischen Kirche und den orthodoxen Kirchen gestört. Weil sie eine Unterwerfung der Orthodoxen durch den Papst in Rom fürchten, verlangten sie einen Abbruch der Gespräche. In dem zitierten Interview bezeichnete Metropolit Ioannis Zizioulas die Vorgänge als Signal dafür, dass der ökumenische Dialog noch einen weiten Weg vor sich habe. Zizioulas gilt als Schlüsselfigur in den anberaumten Gespächen.

Das Abschlussdokument der vorigen Runde der Kommission in Ravenna hatten die Teilnehmer einstimmig gebilligt. Zudem hatten die Autoren das Papier als „Fassung einer Kommission" bezeichnet, das nicht als lehramtliche Erklärung verstanden werden sollte. Darin hatten die orthodoxen Kirchen ,vatikanischer Lesart zufolge, erstmals die Frage nach der Notwendigkeit einer universalen Instanz der Kirche und der Konziliarität, der Synodalität und der Autorität bejaht.

Das Dokument war aber nicht von der russisch-orthodoxen Kirche unterzeichnet worden, da diese bereits die Teilnahme am zweiten Tag der Runde, die im Oktober 2007 im italienischen Ravenna stattfand, abgebrochen hatte (ZENIT berichtete).

Hintergrund der Verstimmung war ein Streit zwischen dem Patriarchat in Moskau und dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel über Frage, wem die estnisch-orthodoxe Kirche unterstellt ist. Während es in Ravenna um die „ekklesiologischen und kanonischen Folgen des sakramentalen Wesens der Kirche" des ersten Jahrtausends ging, beschäftigt sich die Kommission nun mit der „Rolle des Bischofs von Rom in der Gemeinschaft der Kirchen des ersten Jahrtausends".