Wie „Deus caritas est“ die Arbeit katholischer Hilfsorganisationen verändert

28. Vollversammlung des Päpstliche Rates Cor Unum im Vatikan

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ROM, 28. Februar 2008 (Zenit.org).- Die erste Enzyklika Benedikts XVI., Deus caritas est, ist nicht nur etwas zum Lesen; vielmehr will sie die Haltungen und Gewohnheiten derer verändern, die in katholischen Hilfsorganisationen tätig sind. Aufgrund dieser Tatsache beleuchtet der Päpstliche Rat Cor Unum in seiner diesjährigen Vollversammlung „die menschlichen und geistlichen Fähigkeiten“ dieser Personen.



Die insgesamt 28. Begegnung dieser Art wurde am 27. Februar im Vatikan eröffnet. Die Teilnehmer wollen nach einem Bericht des Heiligen Stuhls „Deus caritas est“ analysieren und herausfinden, in wieweit dieses Lehrschreiben den Alltag des christlichen Liebesdienstes, die Arbeit in den katholisch motivierten Hilfswerken bestimmt. Außerdem soll die ganzheitliche Schulung und Weiterbildung der Führungskräfte und Mitarbeiter dieser Organisationen in den Blick genommen werden.

Kardinal Paul Josef Cordes, Präsident des Päpstlichen Rates Cor Unum, eröffnete die Sitzungen. Gegenüber ZENIT erklärte er, was der Unterschied zwischen katholisch und philantropisch geprägten Hilfsorganisationen ist: „Es gibt viele Programme. Wir haben das Rote Kreuz und die verschiedenen Einrichtungen der Vereinten Nationen. Und all das ist wirklich gut. Aber wenn wir auf das schauen, was spezifisch christlich ist, dann geht das über das menschliche Leid und Elend hinaus.

In vielen Fällen ist materielle Unterstützung allein nicht ausreichend. Menschen sehen sich in schwierigen Situationen, wo Nahrung, Unterschlupf und medizinische Versorgung nicht helfen können. Aber auch dann können sie Trost erfahren: indem sie mit Gott über das Gute sprechen, dass er uns im Ewigen Leben vorbereitet hat."

Die Enzyklika Benedikts XVI. „Deus caritas est“ zeige auf, „wie wichtig es ist, sich wirklich darum zu bemühen, den Menschen Gutes zu tun: die Güte Gottes dort sichtbar machen, wo Elend herrscht, und sensibel sein für das, was die Menschen brauchen“. Außerdem werde offensichtlich, wie notwendig es sei, „diese Pflicht mit dem Evangelium zu verbinden“. Christen, die Hungernde speisen, Kranke heilen und den Ärmsten der Armen beistehen, machten sichtbar, dass Gott jede Frau und jeden Mann liebt.

Zu den Vortragenden der 28. Vollversammlung des Dikasteriums, das die Tätigkeit der katholischen Hilfsorganisation auf der ganzen Welt koordiniert, gehören unter anderem der Priester Larry Snyder, Präsident von „Catholic Charities“ in den USA, und Professor Paul Schallenberg von der Universität Fulda. Letzterer wird ausführlich auf „die Rolle der Barmherzigkeit im Wohlfahrtsstaat“ zu sprechen kommen.

Von Dominik Hartig (mit Kardinal Cordes sprach Jesús Colina)