Wie die Sterndeuter nach dem wahren Licht suchen

Stern weist den Weg

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VATIKANSTADT, 6. Januar 2012 (ZENIT.org). – Beim Angelus am Hochfest der Erscheinung des Herrn hat Papst Benedikt dazu aufgerufen, immer wieder innerlich aufzubrechen und nach dem wirklichen Licht zu suchen, das der menschgewordene Gottessohn ist. Das aus dem christlichen Orient stammende Fest hebe besonders das Geheimnis der Offenbarung Jesu Christi vor allen Völkern hervor.

Die ganze Zeit von Weihnachten und Epiphanie sei vom Thema des Lichtes geprägt. Jesus sei die Sonne, die am Horizont der Menschheit erschienen sei. Der Papst zitierte den hl. Johannes mit den Worten Jesu: „Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wandelt nicht im Finsteren, sondern hat das Licht des Lebens“ (Joh 8,12).

Die Welt mit all ihrem Vermögen könne der Menschheit nicht das Licht zur Orientierung auf ihrem Weg geben. „Das erleben wir auch in unseren Tagen. Die westliche Zivilisation scheint die Orientierung verloren zu haben und segelt in Sichtweite“, so der Papst. Die Kirche aber schaue dank des Wortes Gottes durch diese Nebel hindurch. Sie habe keine technischen Lösungen, aber sie halte den Blick auf das Ziel gerichtet und biete allen Menschen guten Willens, jeder Nation und Kultur, das Licht des Evangeliums an. Dies sei auch die Sendung der päpstlichen Repräsentanten bei den Staaten und internationalen Organisationen, betonte Papst Benedikt im Hinblick auf die beiden apostolischen Nuntien, die er am Vormittag zu Bischöfen geweiht hatte.

„Vertrauen wir der Jungfrau Maria ihren Dienst und das Verkündigungswerk der ganzen Kirche an“, schloss der Heilige Vater.

In seinen italienischen Grüßen richtete er sich am heutigen Kindermissionstag vor allem an die Kinder. „Euer Herz sei offen für die Welt, wie das Herz Jesu! Aber seid auch aufmerksam dem gegenüber, der neben euch lebt, und immer bereit, ihm die Hand zu reichen“, so der Papst.

Den orientalischen Christen, die nach dem julianischen Kalender morgen die Geburt Christi feiern, wünschte der Papst ein gesegnetes Weihnachtsfest.

[Die deutschsprachigen Pilger grüßte er mit folgenden Worten:]

Mit Freude grüße ich am heutigen Hochfest der Erscheinung des Herrn alle Pilger und Gäste deutscher Sprache. „Völker wandern zu deinem Licht" (Jes 60,3), so haben wir in der ersten Lesung aus dem Propheten Jesaja gehört. Und seine Vision hat sich erfüllt: Die Weisen aus dem Morgenland finden durch den Stern zum wahren Licht, zum menschgewordenen Gottessohn. Seitdem hat sich eine große Schar von Menschen und Völkern auf den Weg zu Jesus Christus gemacht. Wie die Sterndeuter wollen auch wir immer wieder innerlich aufbrechen und nach dem wirklichen Licht suchen, das unser Leben hell und leuchtend macht. Euch allen einen gesegneten Festtag!

[jb]