Wie die verborgenen Talente behinderter Menschen geborgen werden können

Die Gemeinschaft „Die Freunde“, eine Initiative von Sankt'Egidio

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ROM, 16. November 2007 (ZENIT.org).- Menschen mit Behinderungen sollten wissen, dass sie nicht zu einem einsamen Leben verdammt sind, sondern dass sie dazu beitragen können, die Welt zu verändern, bekräftigt Stefano Capparucci, Mitglied der katholischen Laienbewegung Sant'Egidio.



Mit diesen Worten lasse sich die Philosophie der Gemeinschaft „Die Freunde zusammenfassen, einer Initiative von Sant’Egidio. „Die Freunde“ verfolgen das Ziel, die Talente und Gaben behinderter Menschen zu entdecken und Wege zu finden, um diese so gut wie möglich zur Geltung zu bringen. Auf diese Weise könnten behinderte Menschen erfahren, dass „ihre Behinderung nicht so prägend ist, dass sie anderen nicht helfen könnten“, führte Capparucci gegenüber ZENIT aus.

In dieser Woche veranstalten „Die Freunde“ die zweite Jahresausstellung mit dem Titel „Kinder der Welt, Welt der Kinder – Werke behinderter Künstler“ im römischen Stadtteil Trastevere. Bis Sonntag sind die Meisterwerke von 330 Künstlern zu sehen. Die Ausstellung wird von der Stadt Rom und zahlreichen Organisationen, Museen und Firmen gefördert.

Die Gemälde behandeln Themen wie Afrika, die Geburt Christi und die Familie. Eine große Bandbreite von Stilen, von abstrakt bis traditionell, kann bewundert werden. Unter den Kunstwerken sticht eine klassische Ikone der allerseligsten Jungfrau Maria mit dem Jesuskind besonders ins Auge.

Einige Artisten können nach Worten Capparuccis nicht sprechen; die Malerei ermögliche es ihnen, sich verständlich zu machen.

Der Verkaufserlös der Ausstellung fließt in das DREAM-Programm („Drug Resources Enhancement against AIDS and Malnutrition“) von Sant’Egidio, einem Programm zur Aids-Vorbeugung und -Therapie in Afrika.

Ein weiteres Projekt der Gemeinschaft „Die Freunde“ stellt die Trattoria degli Amici („Restaurant der Freunde“) an der Piazza Sant’Egidio 6 dar. Im Herzen des beliebten Touristenziels Trastevere gibt dieses Restaurant Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit, als Hilfskräfte zu arbeiten. Außerdem werden das ganze Jahr über die Gemälde behinderter Künstler gezeigt.

Das Personal besteht aus freiwilligen Helfern. Nur die Köche und die behinderten Angestellten beziehen einen Lohn. Und auch hier gilt das zuvor gesagte: Alle Einnahmen sind für das DREAM-Programm bestimmt.

Carpucci wies darauf hin, dass „Die Freunde“ nicht nur den Menschen mit Behinderungen dienten, sondern auch jenen, „die sich ein wenig vor der Welt der Behinderten fürchten. Sie ist keine traurige Welt, sondern eine Welt voller Freude.“