Wie Jesus heute verkünden?

Der Wiener Weihbischof Franz Scharl im Gespräch mit Studenten

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WIEN, 7. Mai 2009 (ZENIT.org).- Eine Gruppe von Studenten der Katholischen Hochschulgemeinde Wien befasst sich seit Beginn des Sommersemesters 2009 gemeinsam mit ihrem Universitätsseelsorger Josef Clavería mit brennenden Themen, die heute für Studenten und junge Menschen interessant sind und auch Fragen aufwerfen. Eine Katechesenreihe unter dem Motto: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen", greift einmal im Monat ein konkretes Thema auf. Nach den vergangenen Katechesen über die Bedeutung der Eucharistie, die Bedeutung des Leidens und über John Henry Newman war am 5. Mai Weihbischof Franz Scharl in der KHG zu Gast. In seiner Katechese „What makes the difference" versuchte er, den Studenten einige wichtige Impulse mitzugeben: Wie können wir heute Jesus verkünden? Worauf kommt es an, dass unsere Verkündigung auch ankommt?

Der Ausgangspunkt ist zuallererst, wie ich selbst den anderen sehe. Wir müssten eigentlich fragen: „Who makes the difference?" Den Unterschied macht Gott selbst! Er legt Wert darauf, bekannt zu werden. Gott kreuzt mein Leben. Lasse ich mich darauf ein, was er mit mir vorhat?

Es sind nicht nur Worte, die Gott von uns braucht, sondern auch Taten. Manchmal heißt es, auch Dinge zu erdulden. Authentisch sein in Wort, Tat und Erleiden - „that makes the difference!"


Darüber hinaus ist es Gott selbst, der wirkt. Nicht nur durch Menschen, sondern auch direkt durch den Heiligen Geist! Zeugnis in Wort und Tat. Das kann jeder in seinem Umfeld realisieren. Als Musiker, Sozialarbeiter ... Gott führt dann schon!

Für einen Studenten, der für die KHG engagiert ist, waren die schönsten Erfahrungen immer Gespräche mit Studenten auf der Uni, die ihn einfach angesprochen haben. „Wenn man authentisch ist, kommt das auch ehrlich rüber! ... Es ist im Gespräch wichtig, hinzufühlen, mitzudenken. Oft sind es nicht so sehr die Worte, die man macht, sondern vielmehr das Interesse für den anderen! Nicht ein Interesse, weil man etwas vom anderen will, sondern um dem anderen zu zeigen, dass er voll geliebt ist!"

P. Georg Gantioler von der Geistlichen Familie Das Werk hat den Studenten schließlich noch den heiligen Paulus ans Herz gelegt, der in seiner Zeit den Glauben verkündet hatte wie kein anderer. In drei Punkten könne man sich diesen Heiligen zum Vorbild nehmen:

1. Seine Christusbeziehung, die ein Verliebtsein in Christus bewirkt hat
Wenn wir andere zum Glauben führen wollen, müssen wir selber Christus immer ähnlicher werden. Eine persönliche Christusbeziehung aufzubauen ist der erste Weg, um andere Menschen zu Christus zu führen.

2. Geistliche Vaterschaft
Wir müssen die Menschen zu unseren Freunden machen, ihnen Anteil geben an unserem Glauben. So kommen wir gemeinsam Christus näher.

3. Verkündigung
Vom Glauben sprechen. Manche Menschen sind wie ein Teelöffel, manche wie ein Krug. In einen Krug kann ich mehr Wasser füllen. Wichtig ist also die Einfühlsamkeit in einen Menschen. Wieviel kann der andere aufnehmen?

Abschließend erinnerte Weihbischof Scharl die Studenten daran, dass es zuallererst darum gehe, die Liebe Gottes anzunehmen. Dann könne sie auch „hinausfließen" in die Liebe zum Nächsten und auch in die Sorge um die Schöpfung. Das Einmalige, Einzigartige des Menschen muss immer Platz haben.
Menschsein wird größer, wenn Gott in meinem Leben wirken darf.

Von Maria Kotsis