"Wie schön ist das: unser Gott ist ein geduldiger Vater, der uns immer erwartet"

Zusammenfassung des Angelus-Gebets von Papst Franziskus am Sonntag

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 326 klicks

Beim gestrigen Angelus-Gebet forderte Papst Franziskus die auf der Piazza San Pietro versammelten Gläubigen und die Menschen in aller Welt auf, für den Frieden zu beten. Vor allem die Nachrichten über die verfolgten Christen aus Mossul im Irak und anderen Teilen des Mittleren Orients seien besorgniserregend. Von Beginn an hätten die Christen dort friedlich mit der Bevölkerung zusammengelebt und einen bedeutenden Beitrag zum Aufbau der Gesellschaft geleistet. Heute hingegen, so der Papst, würden sie verfolgt, vertrieben und müssten ihr gesamtes Hab und Gut zurücklassen. Papst Franziskus versicherte den Familien und betroffenen Menschen sein kontinuierliches Gebet. Er wisse um ihr Leiden, um ihre Not. Gott möge in allen Menschen das tiefe Verlangen nach Dialog und Versöhnung wecken. Gewalt besiege man nicht mit Gewalt; Gewalt besiege man mit dem Frieden, betonte der Heilige Vater.

Während des Angelus' legte Papst Franziskus das Evangelium dieses Sonntags, das Gleichnis vom guten Samen und vom Unkraut, das der Feind sät, aus. Der gute Herr lässt Samen setzen. Der Feind sät Unkraut. Der Herr lässt daraufhin nicht das Unkraut entfernen, um nicht auch den guten Samen zu schädigen. Das Gleichnis, erklärte der Papst, setze sich mit dem Übel in der Welt auseinander. Der Teufel versuche stets, Menschen und Familien, Nationen und Völker einander zu entfremden. Er säe das Schlechte mitten unter das Gute, so dass es den Menschen schlicht unmöglich sei, eine Trennung vorzunehmen. Doch am Ende, so der Papst, könne Gott es vollbringen. Der Herr nehme sich die dazu erforderliche Zeit, die uns oft fehle und wir nicht aufbrächten. „Gott hingegen weiß zu warten. Er schaut in das 'Feld' des Lebens eines jeden Menschen mit Geduld und Erbarmen: er sieht viel besser als wir den Schmutz und das Schlechte, aber er sieht auch den guten Samen und wartet vertrauensvoll, dass er reife. Gott ist geduldig, er weiß zu warten. Wie schön ist das: unser Gott ist ein geduldiger Vater, der uns immer erwartet, und er wartet mit dem Herzen in der Hand, um uns zu empfangen, um uns zu vergeben! Er vergibt uns immer, wenn wir zu ihm gehen.“

Auch in dem Gleichnis habe der Herr die Hoffnung, das am Ende das Böse nicht siegen werde. So könne sogar aus schlechtem Samen guter werden. Geduld sei jedoch nicht gleichbedeutend mit Gleichgültigkeit. Jeder sei aufgerufen, die Geduld Gottes nachzuahmen, mit unerschütterlichem Vertrauen die Hoffnung zu nähren, dass das Gute, also Gott, siegen werde. Beim Jüngsten Gericht werde das Schlechte ausgelöscht werden. Wir alle, so Papst Franziskus, würden mit demselben Maßstab gerichtet werden. „Mit demselben Maß, mit dem wir geurteilt haben: das Erbarmen, das wir gegenüber den anderen gezeigt haben, wird auch auf uns angelegt werden“