Wie sich Beruf und Glaube verbinden lassen

Ken Costas „Der liebe Gott und das böse Geld“ hält, was es verspricht

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ROM, 6. März 2009 (ZENIT.org).- Berufliche Verpflichtungen, die doch einen Großteil unserer Zeit in Anspruch nehmen, haben mehr mit Gott zu tun, als wir gemeinhin denken. Die Arbeit ist keine „gottesfreie Zone“, kein Hindernis für ein Leben aus dem Glauben, sondern ganz im Gegenteil. Denn im Grunde arbeiten wir für niemand geringeren als Gott.



Das und vieles mehr leuchtet ein, wenn man Ken Costas Buch Der liebe Gott und das böse Geld liest, das vor kurzem im Pattloch-Verlag erschienen ist. Das erfrischende Werk schärft tatsächlich den Blick dafür, „wie man Bibel und Business unter einen Hut bringt“ (wie es auf dem Umschlag versprochen wird), und außerdem liefert es zahlreiche andere wertvolle Anregungen für ein erfülltes Arbeiten.

Der südafrikanische Banker Costa, der seit über 30 Jahren im Londoner Investment-Geschäft tätig ist und unter anderem die Übernahme der Dresdner Bank durch den Allianz-Konzern eingefädelt hat, teilt seine persönlichen Glaubenserfahrungen mit dem Leser und gibt neben seinem Hauptanliegen, die Spuren Gottes im Berufsalltag aufzuzeigen, gute Tipps zur Berufswahl und zu höchst aktuellen Fragen wie Work-Life-Balance und Umgang mit Stress. Spitzenmanager Costa ist heute Co-Vorsitzender der amerikanisch-französischen Investmentbank Lazard sowie Vorsitzender von Alpha International, einer Organisation, die Nicky Gumbels Alpha-Kurse zur Glaubensvertiefung weltweit fördert.

Costa appelliert auf allen Seiten seines Buches an die tiefe menschliche Sehnsucht, kein nutzloses Leben zu führen, sondern Verantwortung zu übernehmen und etwas zu „bewegen“. Der Blick auf Gott helfe, zu erkennen, worauf es diesbezüglich ankomme und was gutes Arbeiten heiße.

Unser Tun am Arbeitsplatz habe das Potenzial, „das Reich Gottes voranzubringen oder es zu behindern“, schreibt er. Voranbringen könnten wir es, wenn wir uns darum bemühten, den „Wirkungskreis der Güte“ – das ist seine Umschreibung für das Reich Gottes – so weit wie möglich auszudehnen. Und das sei in jedem Beruf möglich. „Wenn wir auch in den kleinsten Dingen aufrichtig sind, dann kommt das Reich Gottes voran.“

Jede Arbeit ist, davon ist Costa überzeugt, ein Dienst an der Gemeinschaft und am Gemeinwohl. Diesen Gesamtzusammenhang im Auge zu haben, sei entscheidend. Außerdem sollte man stets daran denken, „dass Gott ein Interesse daran hat, seinen ursprünglichen Plan einer Gemeinschaft zu verwirklichen“.

Ken Costa ermutigt zu einem konsequent christlichen Leben, das sich gerade in der Hitze oder im Trott des beruflichen Alltags bewährt. „Der christliche Glaube bezieht unser ganzes Leben mit ein. Deshalb müssen wir in jedem Bereich unseres Lebens nach unseren christlichen Werten leben. Ich halte es für eine ungeheure Herausforderung, mich jeden Tag zu fragen, wie meine eigenen Werte durch die Welt geprägt worden sind, und wie hoch das Ausmaß ist, in dem sie sich von Gott weg und in meine Richtung verschoben haben.“

Neben vielen anderen Vergleichen besticht die Erzählung von der Reise in die Wüste von Namibia, wo Costa mit mehreren Freunden auf den größten Sanddünen der Welt entlanglief. „Als die Sonne aufging, war es auf der einen Seite vollkommen hell; auf der anderen Seite hielt sich noch die schaurige, stille Dunkelheit. Als ich auf dem Kamm der Düne entlangwanderte, hatte ich das Gefühl, dass dies eine Metapher für die Welt war, in der wir Christen leben. Wir sind alle dazu aufgerufen, auf dem schmalen Kamm der Düne zu laufen, nicht in der Dunkelheit und nicht immer in der sonnigen Schönheit des hellen Sonnenlichts, sondern stets dem Licht zugeneigt und vom Schatten abgewandt.“

Was dieses Bild für die berufliche Tätigkeit bedeutet, erklärt Costa ebenfalls: „Das Leben des Christen bei seiner Arbeit ist ein Sich-Gott-Zuneigen. Tag für Tag können wir Gottes Gegenwart spüren, wenn wir die Dunkelheit vermeiden.“

Von Dominik Hartig