Wie wurde Europa christlich?

"Credo"-Ausstellung in Paderborn

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 345 klicks

Der Frage, wie Europa christlich wurde, spürt die seit dem 26. Juli in drei Paderborner Museen laufende Ausstellung mit dem Titel „CREDO – Christianisierung Europas im Mittelalter“ nach. Das Diözesanmuseum, das Museum in der Kaiserpfalz und die Städtische Galerie am Abdinghof warten mit 800 bedeutenden Exponaten und Leihgaben internationaler Museen auf, um rund 1000 Jahren Kultur- und Religionsgeschichte nachzugehen. Die Ausstellung will aufzeigen, dass der Christianisierung eine wechselhafte Geschichte, durchaus auch mit kriegerischen Auseinandersetzungen, und ein dynamischer Prozess zugrunde liegen.

Die drei Museen in Paderborn setzen sich mit jeweils unterschiedlichen Themenschwerpunkten auseinander. Das Diözesanmuseum behandelt das Thema „Lux Mundi – Licht der Welt“, d.h. die Ausbreitung des Christentums seit der Antike und die ersten Missionierungen; das Museum in der Kaiserpfalz widmet sich dem Komplex „In hoc signo– In diesem Zeichen“ den friedlichen und kriegerischen Missionstätigkeiten. Die Städtische Galerie geht unter dem Titel „Quo vadis? - Wohin gehst Ddu?“ der Rezeption der Christianisierung in moderner Zeit nach. Am Ende des Rundgangs wird die Frage nach der Identität Europas und der Bedeutung seiner christlichen Wurzeln behandelt.

Besonders stolz sind die Ausstellungsinitiatoren auf die kostbaren Leihgaben aus insgesamt 230 Museen, Bibliotheken und Sammlungen in ganz Europa, wie ein Brief des Apostels Paulus an die Römer aus der Chester Beatty Library in Dublin oder auch das „Petersburger Evangeliar“ aus der Russischen Nationalbibliothek, um nur zwei Höhepunkte zu nennen. Auch archäologische Funde aus der Zeit des Frühchristentums und Mittelalters zählen zu den Ausstellungsobjekten. Das im Jahr 2003 entdeckte angelsächsische Fürstengrab (um 700), — die Funden werden erstmalig ausgestellt —, vermittelt einen Eindruck der damaligen Bestattungs- und Glaubenskultur.

Die Ausstellung unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Paderborn, des Erzbistums Paderborn und des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe (LWL).

Weitere Information zur Ausstellung findet man unter diesem Link.