Wiederentdeckte "Göttliche Weisheit" im Museum Wasserburg

Ausstellung zeigt restaurierte Figur der Brüder Zürn aus Filialkirche St. Jakobus der Ältere in Schönberg

München, (Erzbistum Muenchen und Freising) | 247 klicks

Eine erst kürzlich wiederentdeckte allegorische Darstellung der Göttlichen Weisheit aus der Kirche St. Jakobus der Ältere in Schönberg, Gemeinde Babensham, Landkreis Rosenheim, ist vom 12. Februar bis zum 27. April im Museum Wasserburg zu sehen. Die kunsthistorisch bedeutende Figur, die im 17. Jahrhundert von den Brüdern Martin oder Michael Zürn geschaffen wurde, wurde durch das Erzbischöfliche Ordinariat München und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege aufwändig restauriert. Eine eigens erstellte Nachschnitzung der Figur zeigt ihr farbenprächtiges ursprüngliches Aussehen zur Zeit des Frühbarock.

Im Zuge einer Restaurierung der Filialkirche St. Jakobus der Ältere stießen die Experten auf die frühbarocke Figur, eine seltene Darstellung der Göttin Minerva als Personifikation der Göttlichen Weisheit von außergewöhnlicher Qualität. Aller Wahrscheinlichkeit nach stammt sie aus der Hand von Martin oder Michael Zürn, zwei Brüdern aus der Bildhauerfamilie Zürn, die in der 1630er und 1640er Jahren im Raum Wasserburg herausragende Werke schuf. Eine restauratorische Untersuchung der Figur ergab, dass sie noch Reste ihrer ursprünglichen, bunt leuchtenden Farbfassung aufweist. Um diese zu veranschaulichen, wurde eine teilweise Nachschnitzung der Figur in Auftrag gegeben und mit einer Rekonstruktion der ursprünglichen Farbfassung versehen, wobei ausschließlich historische Techniken, Pigmente und Bindemittel zum Einsatz kamen.

Die Ausstellung im Museum Wasserburg bietet neben der Originalfigur und der Nachschnitzung Erläuterungen zur Restaurierung und kunsttechnologischen Untersuchung der Figur sowie zur Anfertigung der Replik und ihrer Fassung. Für einen stilistischen Vergleich wird einer der beiden Engel vom Schalldeckel der Kanzel in der Pfarrkirche St. Jakob in Wasserburg gezeigt, der ebenfalls von den Brüdern Zürn geschaffen wurde, dazu gibt es Informationen zur Bildhauerfamilie Zürn und zur Bedeutung der Figur der Göttlichen Weisheit.

Die Hauptabteilung Kunst des Erzbischöflichen Ordinariats bietet ergänzend zur Ausstellung Führungen an: Am Sonntag, 16. Februar, um 14.30 Uhr erläutert die Kunsthistorikerin Natalie Glas das Wirken der Brüder Zürn in Wasserburg, die Zuschreibung der Figur der Göttlichen Weisheit und Thesen zum ihrem ursprünglichen Aufstellungsort. Am Samstag, 8. März, um 14.30 Uhr widmet sich Hans Rohrmann, Leiter der Abteilung Kirchliche Kunstpflege im Erzbischöflichen Ordinariat, denkmalpflegerischen, restaurierungswissenschaftlichen und kunsttechnologischen Aspekten. Diplom-Restauratorin Maria Seeberg und Restaurierungs-Studentin Christine Berberich erklären am Sonntag, 13. April, um 14.30 Uhr die Erkenntnisse zur Originalfassung der Figur und ihre Umsetzung an der Nachschnitzung. Der Kunsthistoriker Thomas Ino Hermann erläutert am Sonntag, 27. April, um 14.30 Uhr ikonographische und ikonologische Fragestellungen zur Figur der Göttlichen Weisheit. Am Montag, 24. März, um 19.30 Uhr gestalten Natalie Glas, Thomas Ino Hermann, Maria Seeberg und Christine Berberich einen Vortragsabend im Wasserburger Sparkassensaal. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein von der Bauer’schen Barockstiftung mitfinanzierter Aufsatzband mit reich bebilderten Beiträgen zur Bildhauerfamilie Zürn und der Figur der Göttlichen Weisheit. (gob)

Hinweise: Die Ausstellung ist vom 12. Februar bis 27. April jeweils dienstags bis sonntags von 13 bis 16 Uhr geöffnet, am 4. März und am 18. April geschlossen. Der Eintritt kostet 2,50 Euro, ermäßigt 1 Euro. Der begleitende Aufsatzband kann im Museum erworben werden.

(Quelle: Webseite des Erzbistums München und Freising)