Willehald von Bremen

Missionar, Bischof und Stadtmitgründer Bremens

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 934 klicks

OBERHAUSEN/ROM, 8. November 2012 (ZENIT.org). ‑ Willehald von Bremen gehört, wie sein Verwandter Willibrord von Echternach, zur Gruppe bedeutender Heiliger aus karolingischer Zeit.

Willehald von Bremen, der um 740 in Northumbrien geboren wurde, erhielt eine umfassende Ausbildung im Kloster und studierte anschließend an der Domschule in York. Als junger Mann, im Jahr 765, ließ sich der Heilige zu den Friesen entsenden, um sie zum christlichen Glauben zu bekehren. Die ihm anvertraute Aufgabe war keineswegs ungefährlich; Willehald entkam nur knapp einem Attentat.

Seine weitere Tätigkeit führte Willehald 780 im Auftrag Karls des Großen in die Weser-Ems-Region, wo er bis zum Sachsenaufstand im Jahr 782 blieb. Nach einem anschließenden Aufenthalt in Rom begab sich der Heilige in das Kloster Echternach, das von seinem Verwandten Willibrord gegründet worden war, und lebte dort für zwei Jahre.

Ab 785 konnte Willehald seine Missionsarbeit im Wesergebiet fortsetzen und wurde 787 in Worms zum Bischof geweiht. Von dort begab er sich nach Bremen, dem ersten Bistum auf sächsischem Gebiet. Gemeinsam mit Karl dem Großen gilt er als Gründer der Stadt Bremen.

Willehald ließ in Bremen einen der Vorgängerbauten des heutigen Doms Sankt Petri errichten, den er 789, kurz vor seinem Tod, an Allerheiligen weihte. Der erste Bau war aus Holz gearbeitet und wurde während des letzten Sachsenaufstands (792-799) vollkommen zerstört. Der heutige Kirchenbau des Doms Sankt Petri geht bis auf das 11. Jahrhundert zurück. Die dreischiffige Pfeilerbasilika aus Sandstein wurde im 13. Jahrhundert durch die Kapellenanbauten, die Doppelturmfassade und die Einwölbung ergänzt. Im den Jahren 1888 bis 1901 und 1973 bis 1981 erfolgten zwei umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen zur Instandsetzung des Doms.

Nach dem Tod Willehalds von Bremen im Jahr 789 wurden seine Gebeine zunächst in einer Grabkapelle am Dom bestattet. Später wurden sie in die Wilhadi-Kapelle überführt, die im 15. Jahrhundert profanisiert und im 19. Jahrhundert abgerissen wurde. Von dort verbrachte Erzbischof Ansgar im Jahr 860 die sterblichen Überreste des Heiligen wieder in den Dom. Nach der Heiligsprechung Willehalds wurden seine Reliquien verehrt, von denen sich aber in der Reformationszeit jede Spur verlor. Allein in der Domkammer des Sankt Paulus Domes zu Münster wird ein einziges Reliquiar des heiligen Willehald von Bremen aufbewahrt. [bd]