Winterstürme verwüsten Flüchtlingslager in Syrien

Sorgen um das Schicksal tausender Menschen

Amman, (ZENIT.org) | 924 klicks

Winterstürme haben ein Flüchtlingslager in der jordanischen Wüste, in dem etwa fünfzigtausend syrische Flüchtlinge leben, schwer getroffen.

Wael Suleiman, Leiter der jordanischen Caritas, berichtete dem vatikanischen Nachrichtendienst FIDES: „Die Stürme haben mindestens 500 Zelte im Camp zerstört. Mitten in der Wüste leben diese Menschen unter unzumutbaren Umständen. Wir haben bisher noch keine Todesmeldungen erhalten, aber viele sind krank und benötigen ärztliche Hilfe. Einige haben beschlossen, nach Syrien zurückzugehen. Sie ziehen die Gefahren eines vom Krieg geplagten Landes der Aussicht vor, ihre Kinder im Flüchtlingslager verhungern zu sehen.“ In viele der Zelte, in denen die Flüchtlinge – darunter auch schwangere Frauen und kleine Kinder – leben, sei nach dreitägigen Regen- und Schneefällen Schlamm eingedrungen.

Am vergangenen Dienstag griffen frustrierte Lagerbewohner das UN-Personal und die Mitarbeiter lokaler Hilfsorganisationen an, die für das Management des Lagers verantwortlich sind.

„Die Stimmung im Lager ist sehr angespannt“, berichtete Suleiman weiter. „Wir fordern schon lange die Schließung des Lagers in Zaatari, aber die Einrichtung eines neuen Lagers in Zarga wird immer wieder aufgeschoben.“ In den vergangenen Tagen habe die Caritas, die nicht am unmittelbaren Management des Lagers beteiligt sei, Decken und warmes Essen für etwa dreißigtausend Familien ausgeteilt. Aber diese Bemühungen seien unzureichend angesichts eines humanitären Notzustands, der von Tag zu Tag schwerer werde.

Der Leiter der jordanischen Caritas beurteilte die Lage als schwierig. „Wenn wir mit der Regierung reden, sagen die uns, das Flüchtlingsproblem gehöre nicht zu ihren Prioritäten. Gehen wir zu den Befehlshabern der UN-Truppen, heißt es, ihre Mittel seien leider beschränkt und mehr könne man damit nicht tun. Inzwischen wird die Lage immer schlimmer.“

In Jordanien leben zur Zeit etwa 280.000 syrische Flüchtlinge. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind im seit 21 Monaten anhaltenden Bürgerkrieg in Syrien bisher etwa 60.000 Menschen getötet worden.