Wir empfangen den Papst mit Respekt und Zuneigung

Parteizeitung in Kuba würdigt historischen Besuch

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ROM, 14. März 2012 (ZENIT.org). – Die erste Nachricht, die auf den gestern von der kubanischen Regierung freigeschalteten Internetseiten zum Papstbesuch zu lesen war, bestand in den Worten von Esteban Lazo Hernández, dem stellvertretenden Vorsitzenden des kubanischen Staatsrates: „Dies ist ein mutiges Volk!“, das „herzliche, freudige und gut organisierte Aufnahme unter Gewährleistung der Ordnung und der Disziplin“ verspreche, wie der Fidesdienst berichtet. Außerdem gebe es besondere Angebote „für Touristen, die Presse und alle, die aus Anlass des Besuchs von Papst Benedikt XVI., Staatsoberhaupt des Vatikanstaats, nach Santiago de Cuba kommen.“

Auf der Homepage der kubanischen Regierung (ZENIT berichtete) sind unter anderem Informationen zum Besuch von Papst Johannes Paul II. und zur Biographie von Papst Benedikt XVI. zugänglich.

Johannes Paul II. war 1998 der erste Papst, der Kuba besuchte. Mit seinem Besuch änderten sich auf der Insel die Beziehungen zwischen Staat und Kirche nach jahrzehntelanger Distanz. Die Parteizeitung „Granma“ bezeichnete die Beziehungen zum Vatikan im Vorfeld des Papstbesuchs als „exzellent“. Die Kirche sei in den vergangenen Jahren zu einem Hauptgesprächspartner für die Arbeit im Sozialwesen geworden. „Granma“ veröffentlichte einen Leitartikel zum Besuch von Papst Benedikt XVI., der vom 26. bis 28. März auf der Insel erwartet wird. Darin wurde der Papst ausdrücklich Willkommen geheißen. Es sei eine Ehre für das Land, dass der Papst es besuche. Man werde ihm mit Respekt und Zuneigung begegnen. Es seien bereits Tausende kubanische Gebiete für diesen historischen Besuch vorbereitet.

Inzwischen bekam auch der Erzbischof von Havanna, Kardinal Jaime Ortega, am gestrigen 13. März die Gelegenheit, in einem Interview mit dem Staatfernsehen über den bevorstehenden Papstbesuch zu sprechen. Er sagte, der Papst komme als Pilger aus Anlass des 400. Jahrestages der Erscheinung der „Jungfrau der Barmherzigkeit von Cobre“, der Patronin des Landes. Er sei ein Pilger der Nächstenliebe, und das kubanische Volk sei immer in seinem Herzen gewesen. Der Papst sei als Intellektueller ein Papst des Verstandes. Mit diesem Besuch erfülle er den Auftrag Jesu an den Nachfolger Petri.

Die neue Haltung der Regierung bekommt auch dadurch ein besonderes Gewicht, dass seit der Revolution im Jahre 1959 die staatlichen Medien die Kirche und deren öffentliche Präsenz stark kontrolliert hatten.[jb]