"Wir fügen uns freiwillig dem Willen Gottes"

Seliger Jan Nepomucen Chrzan (1885-1942)

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 317 klicks

„Gerade heute feiern wir den Sieg derer, die in unserem Jahrhundert für Christus das Leben, das irdische Leben, gegeben haben, um es in Ewigkeit in seiner Herrlichkeit zu besitzen. Es ist ein besonderer Sieg, denn er wird geteilt von Vertretern des Klerus und der Laien, jungen und alten Leuten, Menschen unterschiedlicher Schichten und Stände. … Da sind Diözesan- und Ordenspriester, die starben, weil sie ihren Dienst nicht aufgeben wollten, und die, welche im Dienst an ihren typhuskranken Mitgefangenen starben; da sind wegen Verteidigung von Juden zu Tode Gefolterte. In der Gruppe der Seligen gibt es Ordensbrüder und Schwestern, die im Dienst der Liebe und dem Aufopfern ihrer Qualen für den Nächsten ausgeharrt haben.“ So die Worte des heiligen Johannes Paul II. während der Seligsprechung von Jan Nepomucen Chrzan 1999.

Der selige Jan Nepomucen Chrzan zählt zu den Märtyrern, die für ihren Glauben gestorben sind. Der am 25. April 1885 in Gostyczyna geborene Selige war Priester in der Diözese Gniezno. Während des Kriegs verrichtete er weiter seinen pastoralen Dienst. Er wurde am 6. Oktober 1941 verhaftet und in das KZ Dachau deportiert. Hier erhielt er die Häftlingsnummer 28097. Ein Zeuge berichtete: „Unter dem Einfluss der Gnade Gottes hat er sich so verändert, dass er alle Qualen in Hingabe an den Willen Gottes ertrug.” In Dachau starb der Selige am 1. Juli 1942 an den Folgen der Schwerstarbeit, der Unterernährung, Qualen und Erkrankungen. Seine letzten Worte legen Zeugnis seines unerschütterlichen und tiefen Glaubens ab: „Es lebe Christus der König“ Gelobt sei Jesus Christus!“ Seine Bereitschaft, bedingungslos dem Willen Gottes zu folgen, hatte er auch in seinem letzten Brief aus dem Lager zum Ausdruck gebracht: „Wir fügen uns freiwillig dem Willen Gottes.“

Der heilige Johannes Paul II. betonte: „Wenn wir uns heute über die Seligsprechung der 108 Märtyrer, Kleriker und Laien, freuen, tun wir es vor allem, weil sie das Zeugnis des Sieges Christi sind, die Gabe, welche die Hoffnung wiederherstellt. Während wir diesen feierlichen Akt vollziehen, wird in uns gewissermaßen die Sicherheit neu bestärkt, dass wir unabhängig von den Umständen in allem den vollen Sieg davontragen können durch den, der uns geliebt hat (vgl. Röm8,37). Die seligen Märtyrer rufen unseren Herzen zu: Glaubt, dass Gott die Liebe ist! Glaubt es in Gutem und Bösem! Erweckt in euch die Hoffnung! Sie bringe in euch die Frucht der Treue zu Gott in jeder Prüfung hervor!“