Wir müssen mutig beten

Heutige Predigt des Papstes in der "Domus Sanctae Marthae"

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 463 klicks

Im Gebet müssen wir mutig sein und entdecken, worin die wirkliche Gnade besteht, die wir erhalten, nämlich Gott selbst. So die Worte von Papst Franziskus in der Predigt während der Messe in Santa Marta. Ausgangspunkt seiner Worte war die heutige Tageslesung nach Lk 11,5-13. Der Pontifex stellte einige Überlegungen zur Qualität unserer Gebete an.

„Wie beten wir? Wir beten einfach so, aus Gewohnheit, voll Erbarmen, aber ruhig, oder begegnen wir dem Herrn mit Mut und bitten ihn um die Gnade, uns das zu geben, worum wir bitten? Der Mut im Gebet: Ein Gebet, das nicht mutig ist, ist kein richtiges Gebet. Den Mut zu haben, darin zu vertrauen, dass der Herr uns erhört, den Mut, an der Tür zu klopfen… Der Herr sagt es: ‚Denn wer immer klopft, erhält, und wer sucht und wer klopft, dem wird geöffnet.“

Der Papst stellte zunächst die Frage, ob sich die Gläubigen auf das Gebet einlassen würden; weiter fragte er, ob sie in der Lage seien, an die Tür des Herzens Gottes zu klopfen. Die Worte Jesu im heutigen Evangelium seien „eine große Sache“.

„Wenn wir mutig beten, gibt uns der Herr die Gnade, gibt sich aber auch selbst in der Gnade: den Heiligen Geist, sich selbst! Niemals gibt oder schickt der Herr eine Gnade via Post: Niemals! Er bringt sie selbst! Er selbst ist die Gnade! Das, worum wir bitten, ist ein bisschen wie das Geschenkpapier, das die Gnade umhüllt. Aber die wahre Gnade ist er, der kommt, um sie mir zu bringen. Er ist es. Unser Gebet bekommt, wenn es mutig ist, das worum wir bitten, aber auch das, was noch wichtiger ist: den Herrn.“

In den Evangelien würden einige die Gnade und gehen, wie von den zehn geheilten Leprakranken nur einer zurückkomme, um ihm zu danken. Man müsse mit dem Mut des Glaubens beten, so der Papst weiter, auch darum, wofür das Gebet nicht zu beten wage: um Gott selbst.

„Wir bitten um eine Gnade, aber wir wagen nicht zu sagen: Komm, und bring sie mir. Wir wissen, dass eine Gnade immer von ihm kommt: Und er kommt und gibt sie uns. Wir machen keine schlechte Figur, wenn wir die Gnade nehmen und den, der sie uns bringt, nicht erkennen, den, der sie uns gibt: den Herrn. Möge uns der Herr die Gnade geben, sich uns immer zu schenken, in jeder Gnade. Und dass auch wir ihn erkennen, dass wir ihn so loben, wie die geheilten Kranken im Evangelium. Denn in dieser Gnade haben wir ihn gefunden.“