"Wir sind berufen, eins zu sein"

Erklärung des Patriarchen Fouad Twal zum Papst-Besuch

Jerusalem, (Lateinisches Patriarchat) | 367 klicks

Am 27. März 2014 hat Seine Seligkeit Fouad Twal, Patriarch von Jerusalem, eine Pressekonferenz im Lateinischen Patriarchat von Jerusalem abgehalten, um dabei offiziell die Pilgerreise von Papst Franziskus anzukündigen. Während der Pressekonferenz wurden die einzelnen Programmpunkte des Heiligen Vaters veröffentlicht.

Liebe Freunde,

willkommen im Lateinischen Patriarchat. Ihre Anwesenheit, während der wir offiziell die gute Nachricht von der Pilgerreise des Heiligen Vaters, Papst Franziskus, der zwischen dem  24. bis 26. Mai 2014 bei uns sein wird, verkünden, freut uns sehr.

Der Höhepunkt dieser Wallfahrt wird die Erfüllung seines Wunsches sein, am Sonntagabend, dem 25. Mai, in der Auferstehungskirche zu sein. Der Papst hatte zuletzt am 6. Januar angekündigt : „So Gott will, werde ich eine Pilgerfahrt ins Heilige Land durchführen. Der Hauptzweck des Besuchs wird die Erinnerung an das historische Treffen zwischen Papst Paul VI und Patriarch Athinagoras sein, das vor genau 50 Jahren stattfand.“ Wir freuen uns auf die Umarmung zwischen dem Heiligen Vater und dem Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomäus, sowie mit unseren Jerusalemer Amtsbrüdern, dem griechisch-orthodoxen Patriarchen Theophilus und dem armenischen Patriarchen, sowie den Führern aller Kirchen in Jerusalem. Wir sind berufen, eins zu sein, und der Besuch des Papstes wird uns an diese Aufforderung erinnern und den Geist der Einheit und der brüderlichen Liebe erneuern. Logo und Motto dieser Pilgerreise geben genau diese Sehnsucht nach Einheit wieder. Das Motto „Dass sie eins seien“ und das Logo mit der Umarmung zwischen dem Heiligen Petrus und dem Heiligen Andreas, den Schirmherren der Kirchen von Rom und Konstantinopel, sprechen eine deutliche Sprache.

Der Heilige Vater wird natürlich die Gläubigen des Heiligen Landes treffen, vor allem während der Eucharistiefeiern in Amman und Bethlehem. In Jerusalem wird an dem Ort, wo des letzten Abendmahls gedacht wird, ein Gottesdienst für die Katholischen Ordinarien des Heiligen Landes stattfinden. Während des Besuchs wird der Papst auch die Gelegenheit haben, mit verschiedenen Gruppen von Gläubigen zusammenzutreffen: mit Behinderten, Flüchtlingen, Ordensleuten, Seminaristen und Priestern.

Papst Franziskus wird schließlich auch unsere jüdischen und muslimischen Brüder bei einem Besuch der Klagemauer und des Tempelbergs treffen. Der Dialog mit unseren jüdischen und muslimischen Brüdern hilft uns, uns immer besser als Kinder Gottes zu erkennen, und gemeinsam für Gerechtigkeit, Frieden, Vergebung und Versöhnung für dieses leidgeplagte Land zu arbeiten.

Der Heilige Vater wird drei politische Realitäten besuchen: Jordanien, Palästina und Israel. An jedem Ort wird er die Möglichkeit haben, mit den Staatsoberhäuptern zusammenzutreffen, um diese zu ermutigen, auf richtige Weise für das Wohl aller Bürger zu regieren. Als Staatsoberhaupt wird sich der Heilige Vater an das jeweilige Protokoll halten müssen. Er wird also die Staatschefs treffen, aber auch  versuchen, alle zu erreichen, vor allem aber diejenigen, die verletzt sind und leiden.

Unsere Hoffnung ist es, dass der Papst uns inspirieren kann, eine größere Einheit zu finden, die uns mehr Mut bei der Überwindung der Barrieren der Feindschaft macht. Vor allem aber  hoffen wir, dass er uns zu mehr Solidarität mit den Armen und den an den Rand gedrängten inspiriert. Wir sind sicher, dass er unsere Freude und unsere Hoffnung stärken wird. „Selig ist, der im Namen des Herrn kommt.“

Das komplette Programm

(Quelle: Lateinisches Patriarchat von Jerusalem, 31/03/2014)