Wir sind bessere Bürger, wenn wir treuere Katholiken sind

Erzbischof Charles J. Chaput erklärt Richtlinien für wahres katholisches Bürgertum

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Von Pietro Gennarini

PHILADELPHIA (USA), 26. Oktober 2012 (ZENIT.org). ‑ Erzbischof Charles J. Chaput, Ordinarius von Philadelphia, hat diese Woche in seiner wöchentlichen Zeitungsspalte seine Gläubigen dazu aufgefordert darüber nachzudenken, welche Konsequenzen es nach sich zieht, wenn man sich als Katholik im politischen Bereich engagiert, und dabei auf kluge Weise argumentiert, dass es seine Richtigkeit hat, wenn man den Glauben in der Öffentlichkeit einbringt. Dabei hat er seinen Gläubigen für die bevorstehenden Wahlen fünf klare Richtlinien aufgezeigt.

„Katholisches Bürgertum“, wie er es nennt, bedeute, „dass wir uns dem Gemeinwohl und der Würde jeder menschlichen Person verpflichtet wissen.“ Wenn politische Kandidaten eine Gefahr für diese Werte darstellen, so muss man die Katholiken dazu auffordern, ihre Wahlrecht auszuüben und sie daran erinnern, „dass diese Ausübung nicht nur eine religiöse, sondern auch eine demokratische Pflicht darstellt.“ Bei seinen klärenden Ausführungen über die Trennung zwischen Kirche und Staat bekräftigte er, dass es „sehr wohl Aufgabe der Kirche ist, Katholiken so zu leiten, dass sie in Übereinstimmung mit ihrem Glauben denken und handeln.“

Seine erste Richtlinie warnt davor, dem Wort „katholisch“ persönliche Interpretationen beizulegen. „Als Einzelpersonen üben wir keine Kontrolle über dessen Bedeutung aus und erfinden sie auch nicht. Sie ist ein Erbe und wird uns durch das Evangelium und die Erfahrung der Kirche vermittelt“, so seine Erklärungen. Die zweite Richtlinie vergleicht Katholisch-sein mit der Ehe und unterstreicht, dass Gott unsere Liebe an Fakten ablesen möchte „durch unsere Liebe zur Kirche und unsere Treue zu ihren Lehren und ihrem Glauben“.

Die dritte Richtlinie beinhalte, dass „die Kirche keine politische Einrichtung ist“ und dass sie deshalb jede Form von Parteinahme, die lediglich ihrer Mission schadet, vermeidet – was nicht bedeute, dass die Schrift und die katholische Lehre auf politischer Ebene keine Konsequenzen mit sich brächten: vierte Richtlinie. Solche Konsequenzen ergeben sich als „natürliches Nebenprodukt“, sodass man gegenüber der Situation von Immigranten, von Armen und gegenüber der Tötung ungeborener Kinder nicht gleichgültig sein dürfe. In seiner letzten Richtlinie bestätigte er die Notwendigkeit, dem Gewissen zu folgen, das aber lediglich dann stark ist, wenn man es Gottes Willen unterwirft, den man wiederum erkennt, wenn man dem Rat der Kirche Gehör schenkt und aufrichtig versucht, in Übereinstimmung mit ihren Vorgaben zu leben.“

Er schloss mit den Worten: „Wir sind bessere Bürger, wenn wir treuere Katholiken sind. Je authentischer wir in unserem Leben, unseren Optionen, Taten und Überzeugungen als Katholiken sind, desto echter wird unser Beitrag zum moralischen und politischen Leben unserer Nation sein.“

[Übersetzung des englischen Originals von P. Thomas Fox LC]