Wir sind Kinder Gottes, diese Identität kann uns keiner nehmen

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 491 klicks

Jesus sei es zu danken, dass alle Kinder Gottes sind, und niemand könne ihnen diese Identität nehmen, so die Worte von Papst Franziskus in der heutigen Messe in der Kapelle des Gästehauses „Santa Marta“. Konzelebrant war der indische Kardinal Telesphore Placidus Toppo, Erzbischof von Ranchi.

Der Papst stellte in das Zentrum seiner Predigt die heutige Lesung Mt 9,1-8, in der ein Gelähmter geheilt wird. Zu Beginn sage Jesus, so der Pontifex, der Kranke solle Mut haben, seine Sünden würden ihm verziehen werden. Es sei vermutlich etwas ernüchternd gewesen, da der Gelähmte gehofft habe, körperlich geheilt zu werden. Er sei von den Schriftgelehrten aufgrund dieses Verhaltens sogar der Gotteslästerung bezichtigt worden, da allein Gott ihn von seinen Sünden befreien könne. Jesus heile ihn auch körperlich. Diese Textstelle zeige, dass die Welt in Jesus mit Gott versöhnt werde; dies sei das tiefsinnigste Wunder:

„Diese Wiederaussöhnung ist die Wiederherstellung der Welt: Das ist die tiefsinnigste Mission Jesu. Die Erlösung aller Sünder. Jesus macht dies nicht mit Worten, nicht mit Gesten, sondern mit seinem Fleisch und Blut! Es ist tatsächlich er, Gott, der einer von uns wird, ein Mensch, um uns innerlich zu heilen, uns Sünder.“

Jesus befreie die Menschen von der Sünde, indem er selbst zur Sünde werde und alle Sünden auf sich nehme; dies sei die Neuschöpfung. Jesus erniedrige sich bis zum Tod am Kreuz, wo er schreie „Vater, warum hast Du mich verlassen!“ Das sei unsere Rettung:

„Das ist das größte Wunder und was macht Jesus damit? Er macht uns zu Kindern, mit der Freiheit von Kindern. Weil Jesus das getan hat, können wir sagen: ‚Vater‘. Sonst hätten wir das niemals sagen können. ‚Vater‘ sagen, mit einer guten und schönen Haltung, in Freiheit! Das ist das große Wunder Jesu. Er hat uns alle, Sklaven der Sünde, befreit und uns in der Tiefe unserer Existenz geheilt. Es wird uns gut tun, daran zu denken und daran, dass es schön ist, Kind zu sein. Wir sind zu Hause angekommen!“

Nun verstehe man, warum Jesus gesagt habe, der Kranke solle nur Mut haben, seine Sünden seien ihm verziehen worden.

„Das ist die Wurzel unseres Mutes. Ich bin frei, ich bin ein Kind… Der Vater liebt mich, und ich liebe den Vater! Bitten wir den Herrn um die Gnade, sein Werk zu verstehen: Gott hat die Welt mit sich durch Christus versöhnt, indem er uns das Wort der Versöhnung gibt und die Gnade, mit Kraft die Freiheit der Kinder Gottes weiterzutragen. Wir sind in Jesus Christus gerettet! Und niemand kann uns diese Identität nehmen. So heiße ich: Kind Gottes! Staatsangehörigkeit: frei! So sei es.“