"Wir sind voller Hoffnung, dass wir ein demokratisches Land aufbauen können"

Katholische Kirche in Ägypten

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 374 klicks

Die Ortsgruppe Großmaischeid der Katholischen Frauengemeinschaft hatte, wie das Bistum Trier berichtet, am 25. Oktober einen besonderen Gast. Während des Frauenfrühstücks der Katholischen Frauengemeinschaft informierte Dr. Maged Yanni, der als Arzt in Ägypten tätig ist, über die Lage in seinem Heimatland. Dr. Yanni besuchte im Oktober, dem Monat der Weltmission, außerdem als Gast des katholischen Hilfswerks „missio“ mehrere deutsche Bistümer.

„Wir sind voller Hoffnung, dass wir ein demokratisches Land aufbauen können“, erklärte Dr. Yanni während des Treffens am 25. Oktober zur politischen Situation. Er sprach seine Hoffnung aus, dass der Entwurf einer neuen Verfassung bis Mitte oder Ende November ausgearbeitet sei und sich die Situation stabilisiere. Anfang 2014 könnte es dann zu Neuwahlen kommen. Eines der maßgeblichen Probleme seines Heimatlandes sei die große Armut, die durch die hohe Arbeitslosenquote verursacht sei. Rund 40 Prozent der Ägypter lebten unterhalb der Armutsgrenze. Besorgniserregend sei der niedrige Bildungsstand der Bevölkerung: 40 Prozent der Frauen in Ägypten seien des Lesens und Schreibens unkundig.

Von den circa 82 Millionen Einwohnern sind 10 Prozent Christen. Die katholische Kirche hat in Ägypten circa 250.000 Mitglieder. Auf die gewaltsamen Übergriffe gegen Christen angesprochen, erklärte Dr.Yanni: „Die Mehrheit der Muslime ist gemäßigt, und wir leben ohne Schwierigkeiten zusammen. Das Problem sind die fundamentalistischen muslimischen Gruppen, die sich nicht nur gegen Christen sondern allgemein gegen den Staat richten.“

missio“ unterstützt deshalb verschiedene Projekte in Ägypten, die den interreligiösen Dialog fördern. Christliche und muslimische Glaubensangehörige arbeiten gemeinsam, wie z.B. bei einem Hilfsprojekt für geistig Behinderte, um vor Ort konkrete Hilfe zu leisten und einen Beitrag zu einem dauerhaften friedvollen Miteinander zu leisten. 

Besonders wegen ihres sozialen Engagements werde die katholische Kirche in Ägypten geschätzt, so Dr. Yanni. Eines der Programme ist „upperegypt“, das Erziehungs-, Gesundheits, Frauen- und Wirtschaftsförderungsprogramme betreut. 

Die in Oberägypten ansässige „Association of Upper Egypt for Education and Development (AUEED)” wurde 1940 von Pater Henry Ayrout gegründet und ist in den vier Bereichen Menya, Assiut, Sohag und Luxor tätig. Pater Ayrout sah in der Schulausbildung und Erziehung der Kinder eine Möglichkeit, den betroffenen Gegenden zu Wachstum zu verhelfen und den Kindern eine Chance für ihre Zukunftsgestaltung zu geben. 

Dr. Yanni betonte, dass bei der Arbeit in diesen Projekten der interreligiöse Dialog grundlegend sei. Schon die jungen Menschen müssten zu einem toleranten und respektvollen Miteinander erzogen werden: „Uns ist wichtig, nicht nur den Unterrichtsstoff zu vermitteln, sondern unsere Schüler zu Toleranz und Offenheit zu erziehen.“

Heute zählt zu den Hauptanliegen von “upperegypt”, jungen Mädchen und Frauen eine gute Ausbildung und ein starkes Selbstwertgefühl zu vermitteln und so ihre Rechte in der Gemeinschaft zu stärken.