"Wir sollten uns in die Schule Christi begeben und noch einmal als Schülter dem Lehrer zuhören"

Kardinal Filoni, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, beim gestrigen Gottesdienst im Päpstlichen "Collegio Urbano"

Rom, (Fides) | 276 klicks

„Wie weise und wohltuend wäre es, wenn wir uns in die Schule Christi begeben würden und noch einmal kleine Schüler wären, die dem Lehrer zuhören. Er, der uns mit seinen Worten gut tut, weil er direkt zum Herzen und zu den Gedanken spricht“, so Kardinal Fernando Filoni am 12. Februar beim Gottesdienst in der Kirche des Päpstlichen „Collegio Urbano“ in seiner Eigenschaft als Großkanzler der Päpstlichen Universität Urbaniana und Mitglied der Kongregation für das Katholische Bildungswesen sowie Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker. Die Kongregation für das katholische Bildungswesen versammelt sich vom 12. bis 14. Februar zur Plenarsitzung. 

„In dieser Kirche, in der sich tausende junge Männer auf das Priester- und Pastoralamt und die Missionstätigkeit vorbereitet haben und ihre akademische Ausbildung an der Päpstlichen Universität Urbaniana erhielten“, so Kardinal Filoni in seiner Predigt weiter, „wir sind hier zum Gebet versammelt und erneuern dabei unseren Glauben in der Eucharistie, dem Herzen der Kirche.“

Mit Bezug auf die Lesung des Tages erinnerte der Präfekt des Missions-Dikasteriums an die Dimension der Wissenschaft unter biblischen und spirituellen Gesichtspunkten, indem er eine Verbindung zur heutigen Zeit zog: „Das Bild Salomons, der ein Haus mit sieben Säulen baut, in dem die Wissenschaft wohnt, ist eindrücklich, und ich würde sagen, es könnte auf die Sendung der Kongregation für das katholische Bildungswesen übertragen werden, die dafür eintritt, dass jeder, der dies wünscht, das göttliche Wissen, das heißt Christus, den Weg die Wahrheit und das Leben erfahren kann und dabei den Wert des Wissens um den Menschen erlernt.“

Im Tagesevangelium unterscheide der Herr klar zwischen dem „Wort Gottes“ und der „menschlichen Überlieferung“. „Diese Unterscheidung war damals aktuell und ist es umso mehr heute“, so der Kardinal, „wenn wir daran denken, dass unser postmodernes Verständnis das Wort Gottes nicht selten ablehnt und die menschliche Überlieferung durch einen ethisch-philosophischen Relativismus ersetzt, der die eigenen Ansichten, das eigene Ich und das, was uns gefällt, in den Mittelpunkt stellt und damit unsere kirchliche Welt und das Wort selbst beugt. Deshalb richtet sich die Frage Jesu an seine Zuhörer direkt an uns: mit dem ganzen wissenschaftlichen und kulturellen Wissen der Postmoderne ‚seid ihr nicht in der Lage zu verstehen?’“ (SL)