„Wir wissen, dass er uns nie verlassen wird“: Papst Benedikt XVI. zum Angelus-Gebet

Der Heilige Vater fordert die Jugendlichen dazu auf, dem Jawort Mariens treu zu sein

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SYDNEY, 20. Juli 2008 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Ansprache, die Papst Benedikt XVI. heute, Sonntag, nach dem feierlichen Abschlussgottesdienst zum 23. Weltjugendtag im Hippodromo von Randwick vor dem Angelus-Gebet gehalten hat.

Die Jungfrau Maria habe den „Antrag“ des Herrn in unserem Namen angenommen, erklärte der Heilige Vater. „Und jetzt wollen wir uns an sie wenden und sie bitten, uns in den Schwierigkeiten zu führen, damit wir dieser lebenswichtigen Beziehung treu bleiben, die Gott mit einem jeden von uns eingegangen ist.“

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Liebe junge Freunde!

Wir werden jetzt gemeinsam das schöne Gebet des „Engel des Herrn“ beten. Dabei denken wir über Maria nach, eine junge Frau im Gespräch mit dem Engel, der sie im Namen Gottes zu einer besonderen Hingabe ihrer selbst, ihres Lebens, ihrer Zukunft als Frau und Mutter einlädt. Wir können uns vorstellen, wie sich Maria in diesem Augenblick gefühlt haben muss: ganz bang, völlig überwältigt von der Zukunftsperspektive, die ihr eröffnet wurde.

Der Engel verstand ihre Angst, und sofort versuchte er, sie zu beruhigen: „Fürchte dich nicht, Maria… Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten“ (Lk 1,30,35). Der Geist war es, der ihr die Kraft und den Mut gab, dem Ruf des Herrn zu antworten. Der Geist half ihr, das große Geheimnis zu erfassen, das durch sie verwirklicht werden sollte. Der Geist umgab sie mit seiner Liebe und befähigte sie, den Sohn Gottes in ihrem Schoß zu empfangen.

Diese Szene bildet vielleicht den zentralen Moment in der Geschichte der Beziehung Gottes mit seinem Volk. Im Alten Testament hatte sich Gott zum Teil und schrittweise offenbart, wie wir alle dies in unseren persönlichen Beziehungen tun. Es brauchte Zeit, damit das auserwählte Volk seine Beziehung zu Gott vertiefte. Der Bund mit Israel war wie eine Zeit der Liebeswerbung, ein langes Verlöbnis. Dann kam der endgültige Moment, der Moment der Ehe, die Verwirklichung eines neuen und ewigen Bundes. In jenem Augenblick repräsentierte Maria vor dem Herrn die gesamte Menschheit. In der Botschaft des Engels war es Gott, der der Menschheit gegenüber einen Heiratsantrag vorbrachte. Und in unser Namen gab Maria das Jawort.

In den Märchen hören die Geschichten hier auf, und „von da an lebten alle glücklich und zufrieden“. Im wirklichen Leben ist es nicht so leicht. Mit vielen Schwierigkeiten musste Maria sich messen, als die Folgen dieses „Ja“, das sie dem Herrn gegeben hatte, auf sie zukamen. Simeon sagte voraus, dass ihr ein Schwert das Herz durchbohren werde. Als Jesus zwölf Jahre alt war, erlebte sie die schlimmsten Alpträume, die Eltern durchmachen können, als sie drei Tage lang mit dem Verlust ihres Sohnes fertig werden musste. Und nach dem öffentlichen Leben Jesu hat sie die Agonie erlitten, bei seiner Kreuzigung und seinem Tod zugegen zu sein. Durch die verschiedenen Prüfungen hindurch blieb sie – unterstützt vom Geist der Stärke – ihrem Versprechen immer treu. Und dafür wurde sie mit der Herrlichkeit des Himmels belohnt.

Liebe Jugendliche, auch wir müssen dem Jawort treu bleiben, mit dem wir die Freundschaft angenommen haben, die uns von Seiten des Herrn angeboten wurde. Wir wissen, dass er uns nie verlassen wird. Wir wissen, dass er uns immer mit den Gaben des Geistes stützen wird. Maria hat den „Antrag“ des Herrn in unserem Namen angenommen. Und jetzt wollen wir uns an sie wenden und sie bitten, uns in den Schwierigkeiten zu führen, damit wir dieser lebenswichtigen Beziehung treu bleiben, die Gott mit einem jeden von uns eingegangen ist. Maria ist unser Beispiel und unser Vorbild; sie tritt bei ihrem Sohn für uns ein, und mit mütterlicher Liebe bewahrt sie uns vor Gefahren.

[Nach dem Angelus erklärte der Heilige Vater:]


Es ist jetzt soweit, dass wir uns Lebewohl sagen, oder besser: Auf Wiedersehen! Ich danke Euch allen für Eure Teilnahme am Weltjugendtag 2008 hier in Sydney und hoffe, dass wir uns in drei Jahren wiedersehen. Der Weltjugendtag 2011 wird in Madrid in Spanien stattfinden. Bis dahin wollen wir füreinander beten und vor der Welt unser freudiges Zeugnis für Christus ablegen. Der Herr segne Euch alle!


[ZENIT-Übersetzung des englischen Orginals; © Copyright 2008 – Libreria Editrice Vaticana]