Wird Tony Blair katholisch? Treffen mit Papst Benedikt XVI. am Samstag

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LONDON/ROM, 22. Juni 2007 (ZENIT.org).- Medienberichten zufolge trägt sich der scheidende britische Premierminister Tony Blair mit der Absicht, in die katholische Kirche einzutreten. Dabei soll es sich um einen Prozess handeln, der bereits vor Jahren und mit dem Wissen des damaligen Papstes Johannes Paul II. begonnen hat.



Anlass zur Verdichtung dieser Vermutungen gibt der morgen anstehende Besuch Tony Blairs bei Papst Benedikt XVI. im Vatikan. Diese Begegnung soll nach Berichten der britischen Zeitungen „The Guardian“ und „Daily Telegraph“ die Konversion Blairs vorbereiten.

Tony Blairs Frau Chery und die vier Kinder des Ehepaars sind katholisch. Chery Blair fördere seit Jahren die Konversion ihres Mannes, der gewöhnlich an katholischen Gottesdiensten teilnehme. Laut „The Guardian“ ist der Zeitpunkt der Bekanntgabe dieser Entscheidung des Politikers unklar. Offizielle Sprecher des Premierministers lehnten Stellungnahmen ab.

Eine eventuelle Konversion eines Mannes, der für ein Jahrzehnt die Geschichte Großbritanniens bestimmt hat, ist auch unter einem institutionellen Gesichtspunkt eine heikle Angelegenheit. Großbritannien hatte noch nie einen katholischen Premierminister oder Ex-Premierminister. Gleichzeitig gehörte es zu den Aufgaben des Premierministers Blair, mit der Königin, die das Oberhaupt der „Church of England“ ist, über Ernennungen in der anglikanischen Kirche zu sprechen und diesbezügliche Präferenzen zum Ausdruck zu bringen – eine Praxis, die der Nachfolger Blairs, Gordon Brown, zu ändern beabsichtigt. Brown will der anglikanischen Kirche völlige Wahlfreiheit lassen.

Wie die Tageszeitung „The Independent“ berichtete, hat Blair mit dem Kanoniker Timothy Ross gesprochen, dem Pfarrer von Buckinghamshire. Begleitet werde er bei seinem Schritt von P. John Walsh, der oft in Downing Street 10 zu Gast sei.