Wirksame Hilfe für Bootsflüchtlinge

Benedikt XVI. fordert internationale Zusammenarbeit

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ROM, 6. April 2009 (ZENIT.org).- Eine gemeinsam Strategie sei erforderlich, um dem Phänomen der Bootsflüchtlinge im Mittelmeer wirkungsvoll zu begegnen. Das betonte Papst Benedikt XVI. gestern, am Palmsonntag, im Anschluss an die Heilige Messe auf dem Petersplatz.

Mit „großer Trauer“ gedachte der Heilige Vater „afrikanischen Brüder und Schwestern“, die vor wenigen Tagen beim Versuch, das europäische Festland zu erreichen, im Mittelmeer umgekommen waren.

Solche Tragödien, die sich bedauerlicherweise häuften, sollten nicht zur Resignation Anlass geben, sondern vielmehr zu aktiven Engagement, so Papst Benedikt. „Das Ausmaß dieses Phänomens lässt die Koordinierung von Strategien zwischen der Europäischen Union und den afrikanischen Staaten sowie das Ergreifen entsprechender humanitärer Maßnahmen immer notwendiger erscheinen.“ Es müsse verhindert werden, dass sich Auswanderer an skrupellose Menschenhändler wendeten.

Das durch die globale Krise verschärfte Problem der Migrationsbewegung von Afrika nach Europa könne nur gelöst werden, „wenn sich die afrikanische Bevölkerung mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft aus Krieg und Elend befreien kann“, hob Papst Benedikt XVI.

In seiner Botschaft zum 95. Welttag der Migranten und Flüchtlinge, der am 18. Januar begangen wurde, ruft Papst Benedikt XVI. alle Gläubigen dazu auf, den Apostel Paulus zum Vorbild zu nehmen und für die weltweit rund 200 Millionen Flüchtlinge einzutreten.

„Wenn wir die Apostelgeschichte und die Briefe lesen, die Paulus an verschiedene Empfänger richtet, erkennen wir das Modell einer Kirche, die niemanden ausschließt, sondern die offen ist für alle und von Gläubigen aller Kulturen und Rassen gebildet wird: Jeder Getaufte ist nämlich lebendiges Glied des einen Leibes Christi. Unter diesem Gesichtspunkt erhält die brüderliche Solidarität, die konkreten Ausdruck findet in den täglichen Gesten des Teilens, der Anteilnahme und der freudigen Sorge um die Mitmenschen, eine einzigartige Bedeutung.“

Mit dem Hinweis darauf, dass in der Liebe die ganze Botschaft des Evangeliums enthalten sei, lädt Benedikt XVI. alle Menschen dazu ein, die Lehre des Völkerapostels: „Einer trage des anderen Last; so werdet ihr das Gebot Christi erfüllen“ (Gal 6,2) zu beherzigen und „ohne jegliche Unterschiede und Diskriminierungen die brüderliche Nächstenliebe in Fülle zu leben“. Bei diesem Bemühen sollte man sich vom Bewusstsein tragen lassen, „dass all jene unsere Nächsten sind, die unsere Hilfe brauchen und denen wir helfen können“ (vgl. Deus caritas est, 15).