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„Heute Abend werde ich die Vigil feiern“

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MADRID, 20. August 2011 (ZENIT.org). – Der anwesende Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger schreibt über sein schönes Erlebnis während des Kreuzweges: „Beim Kreuzweg gestern Abend hatte ich ein schönes Erlebnis. Ich stand mit vielen tausend anderen Pilgern vor einer Großleinwand an der „Puerta de Alcalá" und wollte mich nicht auf den heißen Boden setzen. Ich bin ja schließlich auch schon ein älteres Semester. Also blieb ich stehen. Da hat mir eine junge Frau, die einen der wenigen Stühle ergattert hatte, ihren Platz angeboten. Vielen Dank dafür! Überhaupt hat mich beeindruckt, wie still und andächtig es auf dem Platz mit den tausenden Menschen war, obwohl alle dicht gedrängt saßen und kein Lüftchen ging. Später am Abend bekam ich noch ein Ständchen von Jugendlichen aus meiner Heimat Bayern, die in Lederhosen und blau-weißer Fahne durch die Stadt zogen. Das "Bayernlied" hat mich besonders gefreut, weil ich nämlich heute Namenstag habe (was die Jugendlichen aber natürlich nicht wussten…). Heute Abend werde ich dann die Vigil feiern, heute mal zur Abwechslung dort, wo die anderen Bischöfe sitzen werden. Das wird wohl sehr heiß werden in meiner Soutane…aber ich freue mich darauf!“

Ein weiterer WJT Begeisterter, Meinolf Wacker, beschreibt uns seine Eindrücke: Bewegend! Bewegend! Bewegend! Die Fazenda da Esperanca ist eingeladen, das Kreuz der Weltjugendtage beim offiziellen Kreuzweg von einer Station zur anderen zu tragen. Bischof Don Dino ist dazu aus Brasilien angereist. Bis wir alle die notwendigen Akkreditierungen und die Ausweise, um in den Sicherheitsbereich hineinzukommen, haben, vergeht viel Zeit – unter stechendem Stern.
Aber dann stehen wir an der Station, wo Jesus das Kreuz aufgebürdet wird und wir sind eingeladen, es bis zur nächsten Station, an der Jesus zum ersten Mal fällt, zu tragen.
Es kommt der Augenblick, als uns das Kreuz übergeben wird. Wir wissen, es sind Millionen, die uns in diesen Augenblicken begleiten, hier in Madrid und ebenso an den Fernsehschirmen. Zugleich ist dieser Augenblick so intensiv, dass wir die Vielen gar nicht sehen. Im Gegenteil. Es ist ein Geschehen zwischen jedem einzelnen von uns und Jesus. Einige von uns weinen vor Rührung. Joa, aus Brasilien zu den WJT gekommen, erzählt mir später: „Ich war so tief berührt, dass ich einfach fast nur geweint habe. Vor noch zwei Jahren war ich noch in den Fängen der Droge. Mein Leben war verpfuscht. Jetzt bin ich durch die Liebe Jesu auf der Fazenda frei geworden! Er hat für mich gelitten, einfach aus Liebe und diese total persönliche Liebe habe ich heute besonders gespürt.
Auch mir persönlich kamen auf dem Weg mit dem Kreuz die Tränen. Ich dachte an viele Menschen, die ich im Herzen mit nach Madrid gebracht hatte. Ich dachte an meinen kranken Vater, an so viele ungelöste Situationen, die mir Menschen anvertraut hatten. Ich dachte an Aufbrüche, die ich im Herzen trug und Jesus anvertraute. Und ich hatte so viele junge Menschen im Herzen, die begonnen hatten, sich dem Evangelium zu öffnen, ebenso aber auch an so viele, die verfangen waren in den Dingen dieser Welt, in ihren eigenen Träumen… Es war, als spürte ich die Liebe, die Jesus zu einem jeden hatte und als spürte ich ebenfalls den Schmerz, den jede Sünde von einem jeden einzelnen von uns IHM, dem liebenden Gott, zufügt. Dieser Schmerz ging mir mehr als jemals zuvor unter die Haut.

Als ich eben noch kurz mit der hauptverantwortlichen Freiwilligen sprach und ihr Danke sagte für all Ihr Investieren, sagte sie mir: „Ich bin so glücklich, dass ich an diesem großen Projekt mittun und mich schenken darf. Klar bin ich müde und morgen ab 7 Uhr muss ich wieder auf der Arbeit sein. Aber ich bin so froh, all die Jugendlichen zu sehen, wie sie suchen und fragen, wie sie ihre Wege ertasten und viel Leben, Zeit und Gedanken und Freude teilen. Auch wenn’s wieder spät ist, so falle ich glücklich auf die Matte.