WJT: „Ich verstehe sie nicht, aber es ist wunderbar, sie zu sehen“

Die ganze Stadt beteiligt sich am kulturellen Programm des Weltjugendtags

| 1027 klicks

Von Inma Álvarez

MADRID,18. August 2011 (ZENIT.org).- Ein heißer Tag des Wartens war es für die Teilnehmer des Weltjugendtages in Madrid, die die Straßen belagerten, um an den verschiedenen kulturellen Programmen wie Kinofilmen, klassischer und zeitgenössischer Musik, Kunstausstellungen und vielem mehr teilzunehmen.

Es gab endlose Ströme von Jugendlichen in bunten T-Shirts, mit Kappen und Fahnen. Sie sangen laut oder begrüßten sich mit einem „hola“ in den unterschiedlichsten Akzenten. Eine ruhige und fröhliche Jugend durchstreifte die Stadt. Man sah Fahnen von Malaysia, Brasilien, Kolumbien, Australien, Frankreich, Italien, USA, aber vor allem die rote spanische und die des Weltjugendtags, die die Straßen säumen und an der Straßenbeleuchtung, den Fassaden und Schildern der Metro angebracht sind.

Nach dem Besuch der Katechese in den verschiedenen Sprachen, die im Laufe des Vormittags in mehreren Kirchen und pastoralen Zentren Madrids stattfanden, strömte die Mehrheit der Jugendlichen zum Retiro Park, um am Fest der Versöhnung teilzunehmen.

Von Dienstag bis Samstagmittag stehen mehr als 200 Beichtstühle, die ad hoc in einem Teil der Parkanlage aufgestellt wurden, bereit, um den endlosen Strom von jungen Menschen zu empfangen, die bei den Priestern in verschiedenen Sprachen beichten möchten.

Aber nicht nur die Jugendlichen: Es ist nicht ungewöhnlich, auch ältere Menschen und Familien zu sehen, die sich, angezogen von der Freude und den Farben, die das Straßenbild seit zwei Tagen prägen. Einige ältere Damen blieben stehen, um mit den jungen Leuten zu reden, und fragten, woher sie kämen. Eine leicht behinderte ältere Frau gesellte sich in der Pfarrei von San Francisco el Grande zu einer aus den Vereinigten Staaten kommenden vietnamesischen Gruppe: „Ich verstehe sie nicht, aber es ist wunderbar, sie zu sehen“, tat sie jedem Kund, der es hören wollte.

Mehrere Orte bildeten besondere Anziehungspunkte für die Jugendlichen: die Brunnen, der See und der Schatten der Bäume des Retiro, in dem Versuch, die große Hitze etwas zu mildern.

Ein weiterer Ort, der die jungen Leute anlockte, ist das Zelt mit der eucharistischen Anbetung, das am Dienstagmittag um 12 Uhr geöffnet wurde und während des Weltjugendtags Tag und Nacht aufgesucht werden kann. Ein beständiges Kommen und Gehen von Jugendlichen gab es auch an den Ständen der Berufungsmesse. Dort verweilten die Jugendlichen, um mit Geistlichen und Missionaren der verschiedenen Gemeinschaften zu sprechen. „Viele kommen zu unserem Stand, um sich als Freiwillige für Einsätze im Sommer anzumelden“, berichtete das Päpstliche Missionswerk.

Am Dienstag haben auch die verschiedenen kulturellen Veranstaltungen begonnen. Dieses Programm dient der Verbreitung der christlichen Kultur in ihren verschiedenen Formen. Neben den Führungen durch das Prado-Museum und andere Museen sind in verschiedenen Kirchen geschichtliche Dokumentationen über die wichtigsten geistlichen Familien der Kirche ausgestellt.

Außerdem gibt es eine Ausstellung über die Sagrada Familia von Gaudi, eine von der Stiftung Pons organisierte Ausstellung über zeitgenössische Kunst, eine andere über die Theologie des Leibes von Johannes Paul II., eine über verfolgte Christen und eine über die jungen spanischen Missionare in der ganzen Welt.

In Fuencarral, dem „Kinoboulevard“ Madrids, begann die Vorführung mehrerer Filme mit christlichem Inhalt, darunter „The Human experience“, „Mutter Teresa“ und „Encontrarás dragones“. Ein erfolgreiches Ereignis, die Säle waren überfüllt.

Nur wenige Zwischenfälle

In der Stadtmitte nahmen an einem Protestmarsch gegen den Papst etwa zweitausend Personen teil. Dabei kam es zu einigen Momenten der Spannung, als sie mit den jungen Pilgern zusammentrafen. In einigen Fällen musste die Polizei eingreifen und den Zugang zur Puerta del Sol absperren.

Ein junger Mann mit mexikanischer Staatsangehörigkeit, ein Freiwilliger, wurde festgenommen. Angeblich hatte er Anschläge auf den Protestmarsch geplant.

Allerdings bestanden die meisten Einsätze der Sicherheitskräfte darin, den Strom der Pilger durch den Stadtverkehr zu lenken und in der Kontrolle des Zugangs zu Gebäuden, um Gedränge zu vermeiden.

Im Gespräch mit der spanischen Presse bewertet der Verantwortliche für den Polizeieinsatz in der Stadt den gestrigen Tag als „ruhig“ und „ohne Zwischenfälle“.

ZENIT-Übersetzung des spanischen Originals