WJT: kein „Strohfeuer“, sondern außerordentliches Instrument der Evangelisierung

Hoffnungen auf neuen Glaubensimpuls für Europa

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MADRID, 16. August 2011 (ZENIT.org/Radio Vatikan). – In seinen 68 Diözesen hat Spanien junge Menschen aus der ganzen Welt aufgenommen, während in der Hauptstadt Madrid die Zentren für Katechese, Gebet und Reflexion noch den letzten Schliff erhalten haben. Dort werden 270 Bischöfe aus aller Welt in 30 Sprachen die Katechesen abhalten , wie Radio Vatikan berichtet.

Der Weltjugendtag 2011 in Madrid verspreche laut Kardinal Stanislaw Rylko, dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Laien und einem der Hauptorganisatoren der 26. Veranstaltung des weltweiten katholischen Jugendtreffens, „eine Art von Pfingsten“ für ein Europa zu werden, das von einer sich verschärfenden Krise heimgesucht werde, und für eine Nation, die der Erneuerung bedürfe.

Kardinal Stanislaw Rylko hatte im Vorfeld erklärt: „Der Weltjugendtag in Madrid steht nun kurz bevor. Er ist ein wichtiges kirchliches Ereignis für die Jugend der Kirche, ein faszinierendes Zeugnis des Glaubens voller Begeisterung und missionarischem Eifer. Die Welt von heute, besonders Europa, bedarf dringend dieses Zeugnisses. Die Frucht eines jeden Weltjugendtags im Leben der Jugendlichen hängt jedoch davon ab, wie sie sich auf die Veranstaltung vorbereiten und wie sie sich danach an der Jugendpastoral ihrer Diözese beteiligen. Wenn diese Elemente fehlen, besteht die Gefahr, dass die Erfahrung des Weltjugendtages sprichwörtlich zu einem ‚Strohfeuer’ wird! Papst Benedikt XVI. drückt immer wieder aus, dass jeder Weltjugendtag einen neuen Anfang in der Jugendarbeit darstellen sollte. … Glücklicherweise nimmt dieses Bewusstsein in vielen Gemeinden zu. Die Weltjugendtage sind inzwischen zu einem festen Bestandteil der kirchlichen Jugendseelsorge geworden.

Die postmoderne Welt durchlebt gerade eine schwierige und tiefe Krise. Relativismus erzeugt ein gefährliches Vakuum für die allgemeinen Werte und den Sinngehalt. Die postmoderne Kultur ist eine ‚wässrige’ Kultur ohne feste Bezugspunkte und produziert folglich wurzellose Menschen, ohne sichere und solide Grundlagen in ihrem Leben. … In dieser Situation gibt es vor allem bei jungen Menschen ein wachsendes Bedürfnis, die wahren Wurzeln ihrer menschlichen und christlichen Identität zu entdecken, eine Grundlage, auf der sie ihr Leben aufbauen können. Der Weltjugendtag in Madrid möchte eine klare und überzeugende Antwort auf die Bedürfnisse der Menschen von heute sein: dass es diese Grundlage gibt, und sie eine lebendige Person ist, die Jesus Christus heißt!

Spanien ist wie ein großes Laboratorium, in dem sich die Probleme und Herausforderungen der Postmoderne mit besonderem Nachdruck manifestiert haben. So das Phänomen der Säkularisierung, die Tendenzen eines radikalen Säkularismus, die staatlichen Gesetze, die klar im Gegensatz zum Naturrecht stehen (das Recht auf Leben, die Natur der Ehe und Familie) …; daneben auch das ernste Problem der Wirtschaftskrise, wie die Jugendarbeitslosigkeit, die ständig zunimmt. … Ohne Zweifel hungert die spanische Gesellschaft nach Hoffnung und möchte dringend Perspektiven für die Zukunft finden … . Und in diesem sehr herausfordernden Umfeld ist die Kirche Spaniens heute dank dem Weltjugendtag dazu aufgerufen, ihre prophetische Berufung und einen neuen, dem Evangelium entsprechenden Mut wiederzuentdecken.

Die Einladung Papst Benedikts XVI. zum Weltjugendtag richtet sich an alle jungen Menschen weltweit. In seiner Botschaft zum Weltjugendtag in Madrid schreibt der Papst: ‚Ich möchte, dass alle Jugendlichen – sowohl jene, die unseren Glauben an Jesus Christus teilen, als auch jene, die zögern, Zweifel haben oder nicht an ihn glauben – diese Erfahrung machen können, die für das Leben entscheidend sein kann: die Erfahrung des auferstandenen und lebendigen Herrn Jesus Christus und seiner Liebe zu einem jeden von uns.’ In den vergangenen 25 Jahren hat sich der Weltjugendtag als ein besonders wirksames Instrument der Evangelisierung der Jugend erwiesen. Die Jugendlichen nehmen eine zentrale Rolle in der Evangelisierung ein.

Jedoch darf die Teilnahme am Weltjugendtages nicht auf die beschränkt bleiben, die sich die lange und teure Reise leisten können. Die Jugendlichen haben einen Solidaritätsfonds gegründet, um eine finanzielle Unterstützung für ihre Altersgenossen aus armen Ländern bereitzustellen, damit diese die Kosten bestreiten können. Junge Menschen aus den wohlhabenderen Ländern haben je 10 Euro mehr bezahlt. Dieser Spendenfonds, der von unserem Rat verwaltet wird, hat uns erlaubt, den Bedürfnissen der jungen Menschen, die eine finanzielle Unterstützung nötig hatten, gerecht zu werden. Aber das allein reicht noch nicht! Das Fernsehen und das Internet ermöglichen jungen Menschen aus fernen Ländern, die Veranstaltungen mittels Live-Übertragung zu verfolgen. Unser Rat hat aus diesem Grund lokale Kirchengemeinden, kirchliche Bewegungen und neue Gemeinschaften aufgefordert, Veranstaltungen zu organisieren, um diese Möglichkeiten zu nutzen. Und das bisher vorliegende Resultat ist ermutigend! Am Weltjugendtag kann man nun in Echtzeit und  verschiedener Weise an vielen Orten teilnehmen, und so können junge Menschen dieses unvergessliche Erlebnis des Glaubens miterleben.“

ZENIT-Übersetzung aus dem Englischen