Wo Jesus ist, ist Demut, Milde und Liebe

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 335 klicks

In seiner heutigen Predigt in Santa Marta bezog sich der Papst auf den ersten Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher 5,1-6,9-11, in denen er zu den ersten Nachfolgern Jesu spricht. Der Pontifex setzte den Schwerpunkt seiner Ausführungen auf das „ruhige Licht“ Jesu, das zu unseren Herzen spreche und das Licht der Welt, einem „künstlichen Licht“, das uns oberflächlich und stolz mache. Die christliche Identität sei eine Identität des Lichtes und nicht der Dunkelheit. Wie Paulus zu den ersten Nachfolgern Jesu sage: „ Ihr seid nicht in der Dunkelheit, ihr seid Söhne des Lichtes.“ Der Papst sagte, dieses Licht sei von der Welt nicht gut behandelt worden. Aber Jesus sei zu uns gekommen, um uns von der Sünde zu befreien; sein Licht rette uns vor der Dunkelheit. Heute könne man meinen, man könne das Licht auch mit Hilfe der Wissenschaft und Menschheit erhalten.

„Man kann alles kennen, man kann von allem eine Wissenschaft haben und Licht erzeugen. Aber das Licht Jesu ist etwas anderes. Es handelt sich nicht um ein Licht der Ignoranz. Es ist ein Licht voller Weisheit und Wissen, etwas anderes als das Licht der Welt. Das Licht, das uns die Welt gibt, ist ein künstliches Licht, vielleicht stark – stärker ist das Licht Jesu   , wie ein Feuerwerk oder der Blitz eines Fotoapparates. Das Licht Jesu hingegen ist ein sanftes Licht, ein ruhiges Licht, ein Licht des Friedens, es ist wie das Licht der Weihnachtsnacht: ohne Erwartungen“.

Er fügte hinzu, es sei ein Licht, das gebe und Frieden spende. Das Licht Jesu mache kein Spektakel, es sei ein Licht, das in das Herz geht. Häufig erscheine der Teufel als leuchtender Engel verkleidet;, ihm gefalle es, Jesus zu imitieren und gut zu erscheinen, er spreche mit uns. Aus diesem Grund müssten wir den Herrn um die Weisheit bitten, erkennen zu können, wann Jesus uns Licht gebet und wann es der kostümierte Dämon sei.

„Wie viele glauben, sie würden im Licht leben, und sind in der Dunkelheit, aber sie merken es nicht. Wie ist das Licht, das uns Jesus anbietet? Wie können wir das Licht Jesu wiedererkennen, wenn es ein sanftes Licht ist, es ist kein Licht, das sich aufdrängt, es ist bescheiden. Es ist ein mildes Licht mit der Kraft der Sanftmut. Es ist ein Licht, das zum Herzen spricht, und ein Licht, dass das Kreuz anbietet. Wenn wir in unserem inneren Licht milde Menschen sind, hören wir die Stimme Jesu in unserem Herzen und schauen ohne Angst auf das Kreuz: Das ist das Licht Jesu.“

Aber wenn ein Licht komme, das uns stolz mache, uns die anderen von oben herab anschauen und die anderen verachtenlasse, dann sei es das Licht des kostümierten Teufels. Da wo Jesus sei, herrschten Demut, Milde, Liebe und das Kreuz. Die Menschen müssten sich ohne Angst hinter ihn stellen, seinem Licht folgen.

„Jesus braucht keine Truppen, um die Dämonen zu vertreiben; er braucht keinen Hochmut, keine Kraft, keinen Stolz. Sein Wort ist bescheiden, mild, mit viel Liebe; es ist ein Wort, das uns in Momenten des Kreuzes begleitet. Bitten wir den Herrn, dass er uns heute die Gnade seines Lichtes erteile und uns lehre zu erkennen, wann das Licht von ihm kommt und wann es ein künstliches Licht ist, das der Feind gemacht hat, um uns zu täuschen.“