Wort Gottes und das Engagement in der Welt

Vorschlag von Kardinal Peter Turkson

| 704 klicks

MADRID, 15. Februar 2011 (ZENIT.org).- Es wurde zu einem gigantischen Unternehmen. Die Spanische Bischofskonferenz hatte sich für den Kongress zum Thema: „Die Heilige Schrift in der Kirche" stark gemacht. Rund 1000 Wissenschaftler, Theologen und Interessierte meldeten sich an. 8000 User folgten den Beiträgen im Online-Forum.

Zum Abschluss kam eine besondere Mahnung: Das Wort Gottes verpflichte zum Einsatz für die Welt, hob Kardinal Peter Kowdo Appiah Turkson, Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, in seinem Vortrag hervor. "Wir möchten zunächst feststellen, dass das Wort Gottes der Ursprung und Inhalt des Engagements der Kirche in der Welt ist, weil es in erster Linie die Offenbarung des Engagements von Gott selbst in der Welt ist. Und so können wir in großen Zügen unmittelbar betrachten, wie das Wort Gottes sein Engagement für die Welt offenbart:

Als Schöpfungswort in den ersten Kapiteln der Bibel.

Als Wort der Berufung und des Bundes in der Berufungsgeschichte der Errettung von Abraham und Israel.

Als Wort des Anrufs, der Gegenwart und der Erlösung in der Menschwerdung, Wirken, Leiden und Auferstehung Jesu.

Als Wort der missionarischen Berufung (Evangelisierung) und des Amtes an Pfingsten und im Leben der Kirche durch die Jahrhunderte", so der große Entwurf des afrikanischen Würdenträgers.

"Dieser letzte Punkt stimmt genau mit meinem Thema überein: das Engagement der Kirche in der Welt", fuhr er fort. "Das Engagement der Kirche in der Welt kann von daher nur einer Art sein - tatsächlich ein Sakrament - nämlich das im Wort Gottes geoffenbarte Engagement", so der Sozialexperte im Vatikan.

"Die Betrachtung unseres durch das Wort Gottes inspirierten Engagements für die Welt als Christen und als Kirche kann von verschiedenen Ansätzen erfolgen. Paulus hat in Jesus, dem fleischgewordenen Wort, „die Offenbarung der Gnade Gottes" gesehen. Der Heilige Vater schreibt weder einen Plan oder ein Rezept vor, noch politische Richtlinien oder Lösungen. Stattdessen empfiehlt er das Wort Gottes als unser Werkzeug der Unterscheidungshilfe".

"Der Heilige Vater scheint ein gemeinsames Konzept festzulegen, das einlädt - mehr noch, drängt -, die Arbeit des Wortes in der Welt vorzusetzen, ein Prozess oder Dynamik, die in sich das Wort Gottes in der Zeit integriert und widerspiegelt: kreativ, zusammenrufend, verbindend, gegenwärtig und erlösend, missionarisch und evangelisierend, die Heilsgeschichte fortsetzend bis an das Ende der Zeit, während es die Stadt des Menschen mit solchen Eigenschaften erbaut, die der Stadt Gottes ähnlicher sind. Das Konzept lässt sich in diesen fünf Bedingungen oder Eigenschaften zusammenfassen, die untrennbar miteinander verbunden sind:

Die fünf Bedingungen für unser Engagement sind:

1. Mit einer realistischen Haltung beginnen.

2. Die Arbeit soll auf den Grundwerten basieren.

3. Mit Vertrauen, die neuen Verantwortlichkeiten übernehmen.

4. Offenheit für eine tiefe kulturelle Erneuerung.

5. Sich verpflichten, konsequent und beständig zu arbeiten.

Diese fünf Aspekte oder Bedingungen gelten für jeden Christen im sozialen Pastoraldienst und für unser Engagement in der Welt."

[Aus dem Spanischen übersetzt von Iria Staat]