Wunibald von Heidenheim (701-761)

Glaubensbote und Abt

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 234 klicks

Wunibald wurde 710 in Wessex in England geboren. Bereits im Alter von zehn Jahren, im Jahr 720, pilgerte er mit Vater und Bruder nach Rom, wo er bis 727 blieb und Mönch wurde. Schon bald nach der Rückkehr in seine Heimat brach Wunibald erneut im Jahr 730 nach Rom auf. Ab 738 war er als Glaubensbote in Germanien unterwegs. Seine Reisen führten ihn 739 nach Sülzenbrücken bei Erfurt, 744 nach Amberg und 747 nach Mainz. 752 gründete er gemeinsam mit seinem Bruder Willibald ein Kloster in Heidenheim bei Eichstätt, das der Regel der Benediktiner unterstellt war. Der Heilige war für seine strenge Askese bekannt. Wunibald blieb bis zu seinem Tod am 18. Dezember (?) 761 in dem von ihm gegründeten Kloster, dem er als Abt vorstand. Es heißt, nach dem Tod des Heiligen hätten die Glocken ohne menschliches Zutun begonnen zu läuten.

Am 24.September 777 erhob der Bruder Wunibalds, Willibald, die unverwesten Gebeine seines Bruders und überführte sie in die neu errichtete Klosterkirche. Zuvor hatten sich viele Wunder an der Grabstelle des Heiligen ereignet.

Nachdem auch die Schwester Wunibalds, Walburga, gestorben war, die das Kloster als Frauenstift geleitet hatte, bezogen Säkularkanoniker das Kloster. Im Zuge der Hirsauer Reform wurde auch das Heidenheimer Stift reformiert, und 1155 wurden in Heidenheim wieder Benediktiner angesiedelt. Das Kloster wurde 1537 während der Reformation aufgelöst. Die Klosteranlage wurde bis 1805 für Wohn- und Amtszwecke genutzt. Die ehemalige Klosterkirche dient heute als Pfarrkirche der evangelisch-lutherischen Gemeinde. Die Klosteranlage wird vom Zweckverband „Heidenheimer Kloster“ betreut, der das ehemalige Kloster wieder zu einem Ort der geistigen und spirituellen Begegnung erwecken möchte. Die Reliquien des heiligen Wunibald überdauerten nicht die wechselhafte Geschichte und sind heute verschollen.