Würdig Sterben - Eine Herausforderung für die Kirche

Fachtagung im Kloster Einsiedeln

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FRIBOURG, 12. November 2008 (ZENIT.org). „Würdig sterben – eine Herausforderung für die Kirche“: Eine Fachtagung unter der Leitung der Bioethikkommission der Schweizer Bischofskonferenz fand heute, Mittwoch, im Kloster Einsiedeln statt.



Wie Dr. Felix Gmür, Generalsekretär der Schweizer Bischofskonferenz, bekannt gab, beleuchteten drei Impulsreferate grundlegende Aspekte der Begleitung von Sterbenden. Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff (Freiburg i.Br.) sprach über ethische Probleme der Sterbebegleitung, Dr. Monika Renz (St. Gallen) schilderte ihre Erfahrungen und Forschungsergebnisse aus dem Erleben von Sterbenden auf dem Hintergrund der unantastbaren Menschenwürde, und Dr. Roland Kunz (Affoltern a. A.) stellte Palliative Care vor.

Wie wichtig Sterbehospize seien, habe schliesslich eindrücklich Gregor Linnemann, Leiter des Johanneshospizes in München, aufgezeigt. Die Tagung wurde durch ein engagiertes Podium unter der Leitung von Frau Dr. Klara Obermüller beschlossen.

„Die angeregte Diskussion beweist, dass der katholischen Kirche eine tragende Rolle im gesellschaftlichen Diskurs über Bioethikfragen zukommt“, so Dr. Gmür.

„Die Bereitschaft, die in Geburt und Tod verfügten Grenzen hinzunehmen, führt zu keiner Entfremdung des Menschen, über die er sich in der Kraft seiner moralischen Selbstbestimmung erheben müsste“, bekräftigte Dr. Schockenhoff, Professor für Moraltheologie an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg i.Br. am Ende seiner Ausführungen. „Es gehört vielmehr zu seiner Würde als endlichem Wesen, dass er nicht gegen alle Grenzen rebellieren muss, sondern auch unter extremen Belastungen in ihnen leben und sterben darf. Die Verfügtheiten des Daseins, allem voran die Last der Krankheit und das Schicksal des Todes, einmal ganz aufheben zu können, bleibt ein vergeblicher Traum.“

Somit könne es kein sinnvolles Ziel ärztlichen Handelns sein, „Leid unbedingt und um jeden Preis zu vermeiden“. Sehr wohl gehöre es zum ärztlichen Auftrag, dem leidenden Menschen bis zum Schluss zur Seite zu stehen. „Wenn man darüber nicht im Ungewissen bleiben muss und sich auf die Zusage wirksamer Hilfe im Sterben verlassen kann, lässt sich auch die Angst vor dem künftigen Leiden leichter ertragen“, fuhr Schockenhoff fort, der seit 2001 Mitglied des Nationalen Ethikrats Deutschlands ist. „Die Hoffnung unheilbar kranker und sterbender Menschen richtet sich dann darauf, an der Hand eines Menschen zu sterben, nicht durch die Hand des Arztes getötet zu werden.“

Eine Dokumentation zur Fachtagung im Kloster Einsiedeln stellt die Schweizer Bischofskonferenz im Internet zur Verfügung.