Würdigung für Pfarrgemeinderäte

Papst Franziskus äußert sich lobend

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 339 klicks

Während seines Besuches der römischen Pfarrei „San Tommaso Apostolo“ in der Nähe von Ostia (Teil der Stadt oder „Gemeinde“ Rom) am Sonntag sagte Papst Franziskus, der Pfarrgemeinderat sei keine Demokratie, diene jedoch dazu, den Klerikalismus in einer Gemeinde abzubauen. Er halte ihn für unersetzlich, da die Laien oft viele Ideen hätten, die der Pfarrer nicht habe, die das Apostolat aber durchaus voranbringen würden. Nur wenn der Pfarrgemeinderat seiner Natur nicht gerecht werde, würden allerdings Probleme auftauchen.

Papst Franziskus sagte, ein Pfarrer, der einen Pfarrgemeinderat ablehne, riskiere, die Gemeinde mit einem klerikalen Stil zu führen. Jedoch ließe der Klerikalismus weder die Pfarrei, noch die Laien wachsen. Der Pfarrgemeinderat diene dazu, den Pfarrer zu unterstützen, nicht jedoch ihm die Entscheidungen abzunehmen. Im Gespräch mit den Mitgliedern des Gemeinderats der Pfarrei „San Tommaso Apostolo“ bat er, auf Geschwätz und Gerüchte zu verzichten, denn diese seien die größte Gefahr in den kirchlichen Einrichtungen bis hin zu Kurie.

Die Ratschläge des Papstes basieren auf einer langjährigen Erfahrung während seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires, in der er mit verschiedenen Kirchengremien zusammengearbeitet hatte. Er sagte zu den Anwesenden, sollten dennoch einmal Schwierigkeiten auftauchen, sei aus seiner Sicht die ehrliche Konfrontation in einem größeren, geschlossenen Rahmen die einzige Möglichkeit für eine Lösung des Konflikts. Kritik sei niemals „hinterrücks“, sondern im direkten Gespräch mit der betreffenden Person oder in einer Sitzung zu äußern, an der auch die Person teilnehme. 

Franziskus war am späten Nachmittag in der Pfarrei angekommen. Anlass war das 50-jährige Bestehen von „San Tommaso Apostolo“.